Taliban auf dem Vormarsch
Islamisten dringen in Kundus ein

Ein Jahr nachdem die Taliban die Provinzhauptstadt Kundus für fast zwei Wochen in ihrer Gewalt hatten, stürmen sie sie erneut. Im Bild afghanische Sicherheitskräfte an einer Straße ins Zentrum. Bild: dpa

Kabul. Die radikalislamischen Taliban haben die Hauptstadt der nordafghanischen Provinz Kundus angegriffen und liefern sich bis ins Stadtzentrum Gefechte mit Sicherheitskräften. Das bestätigte am frühen Montagabend (Ortszeit) das Provinzratsmitglied Saied Assadullah Sadat. Seit dem frühen Abend kämpften Taliban mit Sicherheitskräften in der Nähe des Hauptquartiers des Geheimdienstes und vor dem Armeerekrutierungsbüro. Der Angriff hatte gegen zwei Uhr morgens begonnen. Auf beiden Seiten soll es Opfer gegeben haben. Zahlen wurden zunächst nicht bekannt.

Der Sprecher der Nato-Mission Resolute Support (RS), General Charles Cleveland, sagte, man koordiniere eng mit den afghanischen Partnern. RS sehe "keinen Beweis für Berichte eines bedeutenden Angriffs". Der Angriff kommt fast genau ein Jahr, nachdem die Taliban die Provinzhauptstadt zum ersten Mal erobert hatten. In Kundus war bis Ende 2013 auch die Bundeswehr stationiert. Seit März berät eine kleine Gruppe deutscher Soldaten die afghanische Armee, um einen erneuten Fall der Provinz zu verhindern. Im Süden des Landes ist in der Provinz Helmand der Bezirk Nawa an die Islamisten gefallen. Das bestätigte am Montag ein Bezirksbeamter, der ungenannt bleiben wollte, sowie ein Senator der Provinz Helmand, Mohammad Haschem Alokosai. Bei der Explosion einer Bombe sind in der nordafghanischen Provinz Dschausdschan sechs Menschen getötet und mehr als 30 verwundet worden. Das sagte der Polizeisprecher der Provinz, Abdul Mannan Raufi, am Montag. Die Polizei nimmt an, dass hinter dem Anschlag die Taliban stecken.
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