Taliban-Chef offenbar bei US-Drohnenangriff getötet
Tod im Raketenhagel

Mullah Achtar Mansur. Bild: dpa

Kabul. Taliban-Anführer Mullah Achtar Mansur ist bei einem US-Drohnenangriff in der pakistanischen Provinz Baluchistan getötet worden. Das Pentagon hatte den Angriff in der Nacht auf Samstag gemeldet, sich aber zunächst vorsichtig geäußert. Der afghanische Geheimdienst NDS und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah bestätigten seinen Tod am Sonntagnachmittag dann per Kurznachrichtendienst Twitter. Auch ein Sprecher des Präsidentenpalastes sagte, Mansur sei tot.

Die Taliban wiesen die Nachricht am Sonntagmorgen zurück. Dem Pentagon zufolge hatten mehrere Drohnen das Auto des Talibanchefs am Samstagnachmittag in einem entlegenen Gebiet nahe der pakistanischen Stadt Nushki südwestlich von Quetta mit Raketen beschossen. Aus taliban-nahen Kreisen hieß es, im Auto hätten sich auch Mansurs Fahrer sowie ein weiterer als Mullah Mirsa Hassani identifizierter Mann befunden.

Laut einem Angestellten des Zivilhospitals in Quetta, Nazeer Ahmed, wurden am Morgen zwei Leichen für DNA-Tests ins Krankenhaus gebracht - eine teilweise, die andere vollständig verbrannt. Von einer dritten Leiche sprach Ahmed nicht. Man habe DNA-Tests gemacht, dann hätten "geheime Behörden" die Leichen mitgenommen.

Mansur hatte Mitte 2015 offiziell die Führung der Taliban übernommen. Danach begannen interne Machtkämpfe. Einige seiner schärfsten Gegner schlossen sich zwar Mansur in den vergangenen Monaten an. Medien berichteten aber weiter von Kämpfen mit gegnerischen Einheiten, bei denen immer wieder Dutzende Kämpfer ums Leben kamen. Wer nun Mansurs Führungsposition übernehmen wird, ist nicht klar. Beobachter erwarten erneute interne Auseinandersetzungen.
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