Tausende demonstrieren in Hamburg gegen Fremdenfeindlichkeit - Rechte treffen auf Linke
Friedlicher Protest endet mit Krawallen

Schwere Krawalle haben am Samstag den friedlichen Protest von rund 20 000 Menschen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Hamburg überschattet. Am Hauptbahnhof wurde der Fern- und S-Bahnverkehr nach Auseinandersetzungen zwischen linken Demonstranten und der Polizei für gut eine Stunde eingestellt. Laut Polizei wollten Rechtsextremisten, deren Demonstration in Hamburg verboten worden war, nach Bremen ausweichen. Am Bahnhof seien sie auf Mitglieder des linken Spektrums gestoßen.

Die Linken hätten einen Regionalexpress mit Steinen beworfen, sagte ein Polizeisprecher. Weil Demonstranten dabei auch auf die Gleise liefen und Feuerwerkskörper zündeten, wurde der Bahnverkehr gestoppt. Die Polizei nahm eine Gruppe von 30 Neonazis in Gewahrsam und brachte sie mit einer S-Bahn aus dem Bahnhof heraus in eine Sammelstelle. Insgesamt wurden 54 Menschen in Gewahrsam genommen. Neun Polizisten erlitten leichte Verletzungen.

Bei einem Scharmützel zwischen Linksextremisten und der Polizei am Abend im Schanzenviertel wurde ein Mann verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Landes- und Bundespolizei waren mit rund 3500 Beamten im Einsatz. Der Aufmarsch der Rechtsextremisten unter dem Motto "Tag der deutschen Patrioten" war von der Polizei in Hamburg verboten worden. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte das Verbot am späten Freitagabend bestätigt.
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