Teilabzug der russischen Truppen beendet
Putin sendet Signale

Der Teilabzug der russischen Truppen soll laut Aussage von Luftwaffenchef Viktor Bondarew Ende der Woche beendet sein. Wie stark die verbliebene Militärpräsenz danach bleiben wird, ist unklar. Bild: dpa

Der Weg zu einem Frieden im Bürgerkriegsland Syrien ist lang. Kremlchef Putin rasselt weiter mit dem Säbel. Zugleich provozieren die Kurden die Türkei sowie Syriens Regierung und Opposition.

Moskau/Genf. Trotz des russischen Teilabzugs aus Syrien hat Kremlchef Wladimir Putin mit neuen Kampfeinsätzen im Bürgerkriegsland gedroht. "Wenn nötig, ist Russland binnen weniger Stunden in der Lage, seine Truppenstärke in der Region ausreichend zu verstärken", sagte Putin am Donnerstag. Zugleich riefen die Kurden im Norden Syriens eine autonome Region aus. Der zunächst symbolische Schritt dürfte auch die Spannungen mit der Türkei weiter verschärfen.

Abzug bald abgeschlossen


Putin hatte am Montag überraschend angeordnet, große Teile der russischen Streitkräfte aus Syrien abzuziehen. Ihre Aufgabe sei im Großen und Ganzen erfüllt, hieß es zur Begründung. Luftwaffenchef Viktor Bondarew kündigte in der Zeitung "Komsomolskaja Prawda" an, der Abzug solle noch in dieser Woche vollzogen sein. Eine neuerliche militärische Eskalation in Syrien sei nicht Russlands erste Wahl, bekräftigte Putin. "Ich würde das nicht wollen." Er hoffe darauf, dass der Abzug eines bedeutenden Teils der Streitkräfte ein wichtiges Signal für die Friedensverhandlungen in Genf sei. Die schwierigen Gespräche waren am Montag in eine neue Runde gegangen. Sie sollen den Weg für ein Ende des fünfjährigen Bürgerkriegs ebnen. Putin stärkte dem umstrittenen syrischen Machthaber Baschar al-Assad demonstrativ den Rücken. Assad sei zurückhaltend, kompromiss- und dialogbereit. Unklar bleibt, wie stark Russland in Syrien präsent bleiben will. Experten gehen von 1000 Soldaten aus, die auf der Luftwaffenbasis Hamaimim und der Marinebasis Tartus weiterhin stationiert sein sollen.

Die in Nordsyrien ausgerufene autonome Region "Rojava" umfasst nach offiziellen kurdischen Angaben die drei bereits selbstverwalteten Kantone an der Grenze zur Türkei. Eine Versammlung mit rund 200 Vertretern verschiedener Gruppen im Nordosten des Landes habe den Plan eines "föderalen Systems" bestätigt, sagte Kurdensprecher Idriss Nassan. Zu Co-Präsidenten wurden der Araber Mansur al-Salum und die Kurdin Hadia Jusif gewählt. Kreise nahe der Führung hatten gesagt, es handele sich nicht um einen eigenen Staat.

Syriens Regierung wies die Ausrufung einer autonomen Region als "wertlos" zurück. Die Erklärung werde "keine rechtlichen, politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Auswirkungen" haben. Die Opposition erklärte, über die zukünftige Gestalt Syriens werde allein bei den Genfer Friedensgesprächen verhandelt.
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