Terror in Texas?

Ermittler nehmen den Tatort der Schießerei im texanischen Garland unter die Lupe. Zwei Angreifer hatten einen Mohammed-Karikaturen-Wettbewerb, bei dem auch Geert Wilders auftrat, mit Sturmgewehren attackiert und wurden erschossen. Bild: dpa

Die Männer griffen einen Karikaturen-Wettbewerb in Texas mit Sturmgewehren an. Zumindest einer der Täter stand bereits unter Terrorverdacht. Dennoch zögern die US-Behörden, das Wort Terrorismus in den Mund zu nehmen.

Die Polizei schließt einen terroristischen Hintergrund eines Anschlags auf einen Wettbewerb mit Mohammed-Karikaturen in Texas nicht aus. "Sie waren bereit, vorzufahren und auf die Polizei zu schießen", sagte Polizeisprecher Joe Harn am Montag. Die zwei Täter hätten mit Sturmgewehren angegriffen. Sie wurden von Sicherheitskräften erschossen. Die als extrem rechts und islamfeindlich geltende New Yorker American Freedom Defense Initiative hatte nach Garland zu einem Mohammed-Karikaturenwettbewerb eingeladen. Auf der Veranstaltung in dem Vorort von Dallas sprach auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders. Die Behörden hatten die Sicherheitsmaßnahmen für die Ausstellung massiv erhöht. Eine Spezialeinheit, Bombenexperten und FBI waren im Einsatz; die rund 200 Besucher mussten Metalldetektoren passieren. Kurz nach Wilders' Rede eröffneten die beiden Angreifer vor dem Veranstaltungszentrum das Feuer auf einen Sicherheitsbeamten. Die Sicherheitskräfte feuerten zurück.

Einer der beiden Angreifer sei 2010 wegen des Versuchs angeklagt worden, sich Dschihadisten in Somalia anzuschließen, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf das FBI. Terrorismus sei dem 30-Jährigen allerdings nicht nachgewiesen worden. Er sei zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der zweite Angreifer sei sein 34 Jahre alter Mitbewohner gewesen.

Bei dem Karikaturenwettbewerb waren als erster Preis 10 000 Dollar (9000 Euro) ausgeschrieben. Es habe mehr als 350 Einsendungen gegeben, hieß es. Im Januar waren in Paris bei einem Anschlag von Islamisten auf das Satireblatt "Charlie Hebdo", das Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte, zwölf Menschen umgekommen.

Nach Angaben des Senders ABC vermuten die Behörden, dass der Täter den Angriff zuvor auf Twitter ankündigte. Im Tweet eines mittlerweile gelöschten Kontos eines selbsterklärten Anhängers der in Syrien und im Irak aktiven Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist von einer Attacke in Texas die Rede.
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