Terroristen von Al-Kaida ermorden Hotel- und Restaurantbesucher
29 Tote bei Anschlag in Burkina Faso

Zerstörte Fahrzeuge stehen nach dem Anschlag in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou vor dem Hotel "Splendid". Bild: dpa

Ouagadougou. Bei einem islamistischen Terroranschlag auf ein beliebtes Restaurant und ein Hotel in Burkina Faso sind 29 Menschen ermordet worden. Knapp 70 weitere seien bei dem Attentat in der Hauptstadt Ouagadougou teils schwer verletzt worden, erklärte Präsident Roch Marc Christian Kaboré. Unter den Toten waren zahlreiche Ausländer, darunter mindestens zwei Schweizer, ein Niederländer, ein Amerikaner und sechs Kanadier, wie die Außenministerien der Herkunftsländer mitteilten. Französische Medien berichteten zudem von zwei toten Franzosen und einem Portugiesen.

Al-Kaida bekennt sich


Bei der Erstürmung des von einem Italiener geführten Restaurants und des Hotels durch Sicherheitskräfte am Samstagmorgen wurden 156 Geiseln befreit. Drei Angreifer wurden getötet. Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bekannte sich zu dem Anschlag.

Die Attentäter hatten ihren Angriff in der Nacht zum Samstag begonnen. Nach bisherigen Erkenntnissen eröffneten sie zunächst das Feuer im Restaurant "Cappuccino" und griffen dann das bei ausländischen Geschäftsleuten und Diplomaten beliebte Hotel "Splendid" an. Die Angreifer verschanzten sich dort stundenlang, bis örtliche Sicherheitskräfte und französische Truppen das Gebäude am Samstagmorgen stürmten. Dabei wurden nach Angaben des Innenministeriums 126 Menschen aus der Gewalt der Angreifer befreit, weitere 30 wurden im "Cappuccino" in Sicherheit gebracht.

Bei den Schweizer Opfern handelte es sich der "Neue Zürcher Zeitung am Sonntag" zufolge um den früheren Post-Chef und Abgeordneten Jean-Noël Rey sowie den Walliser Abgeordneten Georgie Lamon. Sie seien zur Einweihung einer Schulkantine nach Burkina Faso gereist. Das niederländische Opfer arbeitete laut Außenministerium für eine Hilfsorganisation. Der getötete Amerikaner war Medienberichten zufolge ein in Burkina Faso lebender Missionar.

Paar aus Australien entführt


Im Norden des Landes, unweit der Grenze zu Mali, wurde zudem ein australisches Paar von mutmaßlichen islamistischen Extremisten entführt. Der Arzt und seine Frau betrieben dort seit langem eine Klinik. Es war zunächst nicht klar, ob es einen Zusammenhang mit den Anschlägen gab. Für das Gebiet im Norden gelten Reisewarnungen.

Das mehrheitlich muslimische Burkina Faso galt bislang als relativ sicheres Land. Der westafrikanische Binnenstaat grenzt an Mali, wo vor allem im nördlichen Saharagebiet radikale Islamisten aktiv sind. Der Angriff vom Freitag erinnerte an eine ähnliche Attacke vor knapp zwei Monaten in Malis Hauptstadt Bamako. Dort hatten sunnitische Fundamentalisten viele Menschen im bei Ausländern beliebten Hotel "Radisson Blu" als Geiseln genommen. Rund 20 Menschen waren getötet worden. Eine AQMI-Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag.
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