Terrormiliz geht offenbar das Geld aus
IS kürzt Gehälter der Kämpfer um die Hälfte

Damaskus/Paris. Luftangriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Schließung der türkisch-syrischen Grenze setzen die Extremisten nach Einschätzung von Aktivisten finanziell unter Druck. Der IS habe angeordnet, die Gehälter aller seiner Kämpfer um die Hälfte zu kürzen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. In einer IS-Mitteilung heiße es, Grund dafür seien "außergewöhnliche Umstände". Die Terrormiliz finanziert sich nach Einschätzung von Experten zu einem Großteil aus dem Verkauf von Erdöl, unter anderem in die Türkei. Syrische IS-Kämpfer erhalten laut den Menschenrechtsbeobachtern nach der Kürzung monatlich noch rund 200 US-Dollar (gut 180 Euro), ausländische etwa 400 US-Dollar.

Die Terrormiliz hat unterdessen den Tod des berüchtigten Mörders "Dschihadi John" bestätigt. Eine Drohne habe bereits am 12. November in der ostsyrischen Stadt Al-Rakka ein Auto getroffen und ihn getötet, heißt es in der am Dienstag im Internet verbreiteten Ausgabe des Propagandamagazins "Dabiq". Ein Sprecher des US-Pentagons hatte damals einen Tag nach dem Angriff erklärt, "Dschihadi John" sei so gut wie sicher tot. Eine letzte Bestätigung fehlt bisher aber noch. Der aus Kuwait stammende Extremist war erstmals im Enthauptungsvideo des US-Journalisten James Foley im August 2014 aufgetaucht, aber auch an weiteren Enthauptungen beteiligt. Er trat in den IS-Videos stets vermummt auf und sprach Englisch mit Londoner Akzent.

Nach den jüngsten militärischen Erfolgen gegen die Terrormiliz will das US-geführte Militärbündnis die Extremisten weiter in die Enge treiben. "Wir sind uns einig, das wir alle mehr machen müssen", sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am Mittwoch in Paris. Es gehe nun darum, den IS weiter zurückzudrängen, erklärte der britische Verteidigungsminister Michael Fallon. Die Terrormiliz habe im Irak bereits rund 25 Prozent der zuvor kontrollierten Gebiete eingebüßt, in Syrien seien es etwa zehn Prozent. (Seite 4)
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