Theresa Maly besucht Angela Merkel
Freundschaft bleibt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (rechts) empfängt die neue britische Premierministerin Theresa May vor dem Bundeskanzleramt. Bild: dpa

Zwei Frauen, die konstruktiv miteinander sprechen - so beschreibt die britische Premierministerin Theresa May ihr erstes Treffen mit Angela Merkel. Die sagt: "Genau." Dass die Brexit-Verhandlungen schwierig werden, klingt im Kanzleramt aber auch schon an.

Berlin/London/Brüssel. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die neue britische Premierministerin Theresa May haben sich zuversichtlich gezeigt, dass die Beziehungen beider Länder trotz Brexit eng und freundschaftlich bleiben. In Verhandlungen werde Deutschland seine Interessen vertreten, sagte Merkel beim Antrittsbesuch Mays in Berlin. Sie setze aber darauf, dass dieser Prozess in einer "freundschaftlichen Atmosphäre und auf der Grundlage vieler gemeinsamer Überzeugungen" ablaufen könne.

"Natürlich werden sich unsere Beziehungen ändern", sagte May am Mittwoch, "aber die wirtschaftlichen Beziehungen sollen weiter eng bleiben." Merkel und sie wollten beide starkes Wirtschaftswachstum und glaubten an freien Handel. Zum Verhandlungsknackpunkt - ob die Briten auch ohne Freizügigkeit für EU-Bürger Teil der Freihandelszone bleiben dürfen - sagte May: "Das wird Teil unserer Gespräche sein." Mays Berlin-Besuch war ihre erste Auslandsreise als Premierministerin. Sie war David Cameron vergangene Woche als Regierungschefin und Vorsitzende der konservativen Tory-Partei nachgefolgt. Dieser war zurückgetreten, nachdem die Briten in einer Volksabstimmung entschieden hatten, die EU zu verlassen.

Zuzug begrenzen


Zuwanderung war eines der wichtigsten Themen des Brexit-Referendums. May sieht es daher als ihren Auftrag, den Zuzug von EU-Bürgern in das Vereinigte Königreich zu begrenzen. Haltung der EU ist, dass Beteiligung am Binnenmarkt und Freizügigkeit zusammengehören. "Jetzt hören wir auf Großbritannien, was Großbritannien möchte, und dann werden wir darauf auch die richtige Antwort geben", sagte Merkel. Die EU habe Großbritannien nicht gebeten, die Union zu verlassen. Es müsse jetzt das Vertrauen entstehen, damit die "nicht einfachen" Verhandlungen auch zielgerichtet geführt werden könnten.

Keine Ratspräsidentschaft


Am Nachmittag hatte die Regierung in London mitgeteilt, dass Großbritannien die vorgesehene EU-Ratspräsidentschaft für das zweite Halbjahr 2017 abgebe. May begründete die Entscheidung wie erwartet mit den bevorstehenden Verhandlungen über den EU-Austritt. Mit diesen will sie voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres beginnen. Solange das Land EU-Mitglied sei, werde es seine Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft respektieren, sagte May in Berlin. (Kommentar)
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