Tod nach Raubüberfall in Wernberg-Köblitz: Obduktion klärt Todesursache
Tod nach brutalem Raubüberfall

Ermittlungsbeamte im Dezember im Tatort in Wernberg-Köblitz. Bild: Völkl

Wernberg-Köblitz. (cv) [AKTUALISIERUNG 23. Januar] Wie bereits berichtet starb das Opfer des Überfalls am Donnerstag, 22. Januar, in einem Regensburger Krankenhaus. Die Obduktion bei der Rechtsmedizin in Erlangen ergab, dass das Opfer den Folgen der schweren Kopfverletzungen erlegen ist.

Die Ermittlungsgruppe „EG Wernberg“ hat damit ein sogenanntes vollendetes Tötungsdelikt aufzuklären. Seit dem Auffinden des 76-jährigen Opfers laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Zu Einzelheiten äußert sich die Polizei aus einsatztaktischen Überlegungen nicht.

Die Ermittler der „EG Wernberg“ stehen bei ihrer intensiven Ermittlungsarbeit seit längerem mit der Operativen Fallanalyse (OFA) vom Polizeipräsidium München in Verbindung. Sie hoffen nach wie vor auf Hinweise von Zeugen, die in der Tatnacht (Sonntag, 21.Dezember 2014, auf Montag, 22. Dezember 2014) Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Anwesens bemerkt haben, unter der Telefonnummer: 09621/890-0.

Spuren- und Tätersuche läuft auf Hochtouren

Mit einem Großaufgebot arbeitet die noch am Tag der Tat eingerichtete Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei Amberg und sucht nach einer heißen Spur. Bis zuletzt hoffte man, dass sich das Opfer erholt und zur Aufklärung des Verbrechens beitragen kann. Am Donnerstag verstarb der 76-jährige Dieter Loew in der Regensburger Uniklinik.

Der auf Hilfe angewiesene Unternehmer war am Morgen des 22. Dezembers gegen 7.30 Uhr in seinem Anwesen in der Graf-Schall-Straße - in Nähe der Burg Wernberg - von seiner Pflegekraft, die in einem Nebentrakt wohnte, im Haupthaus aufgefunden worden. Der oder die Täter hatten dem im Bett liegenden Senior mit einem stumpfen Gegenstand schwere Schädel- und Gesichtsverletzungen zugefügt. Dieter Loew wurde aufgrund seines lebensbedrohlichen Zustandes mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik nach Regensburg geflogen, wo die Ärzte seit vier Wochen versuchten, sein Leben zu retten.

Keine unmittelbaren Zeugen

Auf Hochtouren laufen seither Spuren- und Tätersuche. Es gibt keine unmittelbaren Zeugen. Die Tatzeit konnte lediglich auf die Nachtstunden des Sonntags, 21. Dezember, auf Montag, 22. Dezember, eingegrenzt werden. Ein Großaufgebot an Polizei rückte an, Mantrailerhunde wurden angefordert. Mit Hilfe der Angehörigen wurde versucht zu eruieren, ob und wenn ja welche Wertgegenstände gestohlen wurden. Akribisch sicherten Spezialkräfte mögliche Spuren am Tatort und im Außenbereich. Zu diesem Zweck wurde auch das Waldgrundstück neben und hinter dem Anwesen abgeriegelt und von Beamten der Spurensicherung durchkämmt. Die Polizei klingelte an jeder Haustür, befragte Bewohner nach verdächtigen Wahrnehmungen. In enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft führte die "EG Wernberg" sogar am Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen umfangreiche Ermittlungen durch. Spezialisten der Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamtes und Rechtsmediziner wurden hinzugezogen, der Polizeihubschrauber kreiste, Taucher suchten den Gartenteich ab.

Verletzungen zu schwer

Der Zustand des Opfers, der aufgrund der Schwere seiner Verletzungen ins künstliche Koma versetzt worden war, blieb kritisch. Genau einen Monat nach der Tat verstarb Dieter Loew gestern. Der 75-Jährige war der Sohn von Dr. Fritz Loew, der 1968 das Unternehmen gegründet hatte. Inzwischen hat Dr. Loew Soziale Dienstleistungen Einrichtungen in ganz Bayern und zählt 1800 Beschäftigte. Dieter Loew war nach dem Tod des Vaters Haupteigentümer und baute das Unternehmen weiter auf. Vor rund zehn Jahren übergab er es an seine Kinder und Nachfolger.

Hinweise und Spuren

"Dass so ein verdienter Mann so tragisch ums Leben kommen muss." Nicht nur Bürgermeister Georg Butz bedauerte gestern den Tod des ruhigen, freundlichen und lebensbejahenden Unternehmers. Wernberg-Köblitz ist eng mit Dr. Loew Soziale Dienstleistungen, seinem Verwaltungssitz und Unterkünften im gesamten Gemeindegebiet, verbunden.

Bei der Frage nach dem Stand der Ermittlungen bittet Albert Brück, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, um Verständnis, "dass mit Informationen sehr restriktiv umgegangen wird", um die Ermittlungsarbeiten nicht zu gefährden. Staatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier ergänzt, dass alle Spuren und Hinweise wie ein Puzzle zusammengeführt werden müssen. In welche Richtung gehen die Ermittlungen? "Wir schließen derzeit keine Richtung aus", so Dr. Strohmeier.
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