Treffen der Staats- und Regierungschefs in Japan
Probleme hoch sieben

Die G7-Chefs legen sich mit Russland und China an. Das Vorgehen in der Ukraine oder im Südchinesischen Meer wollen sie nicht hinnehmen. Kaum ist der Gipfel der Siebener-Gruppe zu Ende, gibt es Ärger.

Ise-Shima. Die sieben großen Industrienationen (G7) bieten Russland und China die Stirn. Zum Abschluss ihres Gipfels im japanischen Ise-Shima drohten die Staats- und Regierungschefs am Freitag dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen des Konflikts in der Ukraine mit neuen Sanktionen. Daraufhin verlängerte Russland das Einfuhrverbot für Lebensmittel aus dem Westen bis Ende 2017. Auch ließen die G7-Chefs sich nicht von Chinas Drohungen einschüchtern und schalteten sich in den Territorialstreit im Südchinesischen Meer ein, indem sie eine "friedliche" Beilegung forderten. Aus Peking hieß es daraufhin, die Einmischung der G7 sei nicht förderlich für Stabilität in der Region.

Zur Bewältigung der Flüchtlingskrise, im Kampf gegen Terrorismus und Cyberangriffe wurden von den G7 Maßnahmen angekündigt. Dem vom Zerfall bedrohten Irak werden die reichen Industrienationen mit 3,2 Milliarden Euro beim Wiederaufbau helfen, um damit die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückzudrängen und Fluchtursachen in dem Bürgerkriegsland zu bekämpfen. Neuen Schwung wollen die Industrienationen der schwächelnden Weltkonjunktur geben, doch waren die Gegensätze groß. Mit allen Mitteln, darunter Haushalts- und Geldpolitik sowie Strukturreformen, sollen die Probleme gelöst werden. Jedes der G7-Länder soll aber seinen eigenen Weg wählen. Auch sollen die Bemühungen verstärkt werden, "die Verschuldung auf einen nachhaltigen Weg zu bringen".

Die G7-Chefs sprachen sich ausdrücklich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus. Im Abschlussdokument warnt die Gruppe, ein Brexit wäre eine "ernste Gefahr" für das wirtschaftliche Wachstum.
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