Trotz sinkender Flüchtlingszahlen
Antragsstau im Asylverfahren immer länger

Berlin/Nürnberg. Die Schließung der Balkanroute drückt den Flüchtlingszustrom nach Deutschland auf einen recht niedrigen Stand. Im Mai wurden knapp 16 300 Asylbewerber neu registriert - etwa 300 mehr als im April, wie das Bundesinnenministerium am Dienstag mitteilte. Aber im Februar hatte es noch gut 60 000 Neuankömmlinge gegeben, im Januar etwa 90 000 und im November sogar mehr als 200 000.

Dennoch kommt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg mit der Arbeit nicht hinterher. Die Zahl der Asylanträge ist im Mai im Vergleich zum April genauso gesunken wie die Zahl der Entscheidungen. Gleichzeitig ist der Berg der noch nicht entschiedenen Anträge weiter gewachsen: Im Vergleich zum April nahm die Zahl der Altfälle um knapp 28 000 auf inzwischen rund 460 000 zu.

Das Bundesamt begründet dies mit den relativ vielen Feiertagen im Mai und damit, dass viele erfahrene Entscheider derzeit neue Kollegen schulen. Wenn alle Mitarbeiter ihren eigentlichen Job machen könnten, werde auch die Zahl der Anträge sowie der Entscheidungen deutlich steigen. Im Vergleich zum Vorjahr sei bereits ein positiver Trend erkennbar.
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