Trotz Verbots Volksbefragung in Katalonien zu Abspaltung von Spanien
Votum über Unabhängigkeit

Bayern-Trainer Pep Guardiola, ein Fürsprecher für die Unabhängigkeit Kataloniens, gab in Barcelona seine Stimme ab. Bild: dpa
Die Katalanen haben am Sonntag eine Volksbefragung über die Unabhängigkeit ihrer Region im Nordosten Spaniens abgehalten. Das spanische Verfassungsgericht hatte die Volksbefragung aufgrund einer Verfassungsklage der spanischen Zentralregierung untersagt. Die Regionalregierung hielt trotzdem an der Abstimmung fest.

Madrid hatte angekündigt, die Befragung zu tolerieren unter der Bedingung, dass die Regionalregierung sich nicht an der Organisation beteilige. Mehr als 40 000 freiwillige Helfer hatten Urnen aufgestellt und nahmen die Stimmzettel entgegen.

Rund 5,5 Millionen Stimmberechtigte über 16 Jahren konnten sich gegen Vorlage ihrer Personalausweise an der Befragung beteiligen. Sie konnten zwei Fragen beantworten: "Wollen Sie, dass Katalonien einen Staat bildet? Wenn ja, soll dieser Staat unabhängig sein?" Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy betonte, die Befragung werde keinerlei Auswirkungen haben. "Solange ich Regierungschef bin, wird die Verfassung eingehalten", bekräftigte er. "Niemand wird die Einheit Spaniens zerbrechen." Die Staatsanwaltschaft in Katalonien leitete auf Geheiß des Madrider Generalstaatsanwalts Ermittlungen ein, ob das Öffnen von Schulen und anderen staatlichen Einrichtungen für die Stimmabgabe einen Verstoß gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts darstellte.

Das Resultat der Befragung wurde für heute erwartet. Bis zum Abend hatten sich nahezu 2 Millionen Bürger an der Befragung beteiligt. Katalonien ist mit 7,5 Millionen Einwohnern die wirtschaftsstärkste Region Spaniens. Sie verfügt über weitreichende Autonomierechte.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Barcelona (122)November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.