Trump irritiert mit außenpolitischer Grundsatzrede
„Amerika zuerst“

Washington. Mit einer außenpolitischen Rede unter dem Motto "Amerika zuerst" irritiert Donald Trump Bündnispartner der USA. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber hatte angekündigt, die Außenpolitik ausschließlich an US-Interessen ausrichten zu wollen.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte am Donnerstag, er könne darin noch keine Linie erkennen. "Das scheint mir noch nicht ganz ausbuchstabiert zu sein", sagte er. Trumps Äußerungen seien nicht ganz frei von Widersprüchen. So kündige er an, Amerika wieder stark machen zu wollen, betone aber gleichzeitig Amerikas Rückzug. "Beides scheint mir noch nicht so recht zusammenzupassen.," sagte Steinmeier.

Trump versuchte, seiner Rede einen präsidentiellen Anstrich zu geben, ohne ihre Inhalte zu konkretisieren oder mit Details zu unterfüttern. Mit Reden wie dieser wendet sich der Immobilienunternehmer weniger an außenpolitische Experten als an das Establishment seiner Partei und das Wahlvolk. Der 69-Jährige liegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei vorn.

"Ich will eine Außenpolitik, die alle Amerikaner unterstützen können, ganz gleich, von welcher Partei, und die unsere Freunde und Alliierten respektieren und vollkommen begrüßen werden", sagte Trump. Er wiederholte seine Forderung, die Mitgliedsländer der Nato sollten sich finanziell stärker an der westlichen Allianz beteiligen. Länder müssten für die Kosten ihrer Verteidigung aufkommen oder sich selbst verteidigen. Die Nato müsse ihre Struktur und ihre Mission anpassen. Während er versprach, die USA würden unter ihm wieder ein verlässlicher Partner, sagte er: "Wir müssen als Nation unberechenbar sein." Trumps "America First" erinnert an isolationistische Bestrebungen in den USA vor deren Eintritt in den Zweiten Weltkrieg. "Meine Außenpolitik wird die Interessen des amerikanischen Volkes und die Sicherheit der USA über alles stellen", sagte Trump. Rasche Gipfeltreffen mit China und Russland sollten deren Respekt für die USA wiederherstellen, indem Amerika seine Stärke unter Beweis stelle.
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