Truppen an der Grenze zu Südkorea in Kriegszustand
Nordkorea gibt sich bereit zum Gefecht

Nordkoreas kommunistischer Machthaber Kim Jong Un hat die Grenztruppen des Landes in höchste Gefechtsbereitschaft versetzt. "Alle Frontlinien-Einheiten der Volksarmee sind in einen Kriegszustand eingetreten, um Überraschungseinsätze zu starten", berichteten die Staatsmedien am Freitag. Die Drohung erfolgte nach einem Schusswechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Länder am Donnerstag. Seoul gibt dem kommunistischen Regime in Pjöngjang die Schuld dafür. Dieses weist dies zurück. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Länder zu "größtmöglicher Zurückhaltung" auf.

Nordkorea hatte Südkorea zuvor ultimativ aufgefordert, bis Samstag alle Lautsprecheranlagen entlang der entmilitarisierten Zone (DMZ) abzubauen, die der Ausstrahlung von Propagandasendungen gen Norden dienen. Südkorea wies jedoch diese Forderung bereits zurück. Südkoreas Verteidigungsminister Han Min Koo warnte Nordkorea vor neuen Provokationen. Die Streitkräfte würden dafür sorgen, dass Nordkorea "einen bitteren Preis dafür zahlen wird". Japan rief Nordkorea zur Zurückhaltung auf. Nordkorea hat schon mehrmals den Kriegszustand ausgerufen, zuletzt vor zwei Jahren. Eine Eskalation blieb damals aus.

Die Spannungen hatten sich deutlich erhöht, nachdem zwei südkoreanische Soldaten bei der Explosion von mutmaßlich nordkoreanischen Landminen verletzt worden waren. Der Süden wirft dem Norden vor, Antipersonenminen auf südlicher Seite der entmilitarisierten Zone vergraben zu haben. Nordkorea bestreitet das. Als Reaktion hatte Südkorea nach elf Jahren wieder seine Beschallungsaktion aufgenommen.
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