Türkei blockt ab

So nah ist der Krieg der Türkei gekommen. Auf syrischer Seite der Grenze in Kobane schlagen die Bomben der Anti-IS-Koalition ein. Bild: dpa

Der Ankündigung aus Washington folgt ein Dementi aus Ankara. Die Türkei sperrt sich, Stützpunkte für den Kampf gegen die Terrormiliz IS zu öffnen. In Deutschland kommt ein Ruf nach Kampftruppen - von ungewohnter Seite.

Die USA und die Türkei streiten über die Nutzung von Stützpunkten in dem Nato-Land. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu, es gebe noch keine Einigung, dass die internationale Allianz die türkischen Stützpunkte für den Kampf gegen die Terrormiliz IS nutzen könne. Er dementierte damit Aussagen von Susan Rice, der Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama. Rice hatte im US-Fernsehen gesagt, die Regierung in Ankara habe zugestimmt, ihre Stützpunkte zur Verfügung zu stellen.

Minister Cavusoglu bestätigte aber, dass es eine Einigung über die Ausbildung gemäßigter syrischer Rebellen gebe. Das Anti-IS-Bündnis will die Türkei enger einbinden. Ankara sträubt sich jedoch dagegen und pocht unter anderem auf ein gemeinsames Vorgehen, das sich auch gegen das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad richtet.

Steinmeier bei Saudis

In der Diskussion um das weitere Vorgehen gegen den IS schloss die Bundesregierung den Einsatz deutscher Bodentruppen in Syrien aus. Bei einem Besuch in Saudi-Arabien wies Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) entsprechende Überlegungen aus Reihen der Grünen zurück: "Das lässt sich leicht fordern in Deutschland, wenn man weiß, dass ein solches Mandat nicht zustande kommt." Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte den Grünen-Vorschlag, die Bundeswehr könne im Rahmen eines UN-Mandats in der Region aktiv werden, "wohlfeil". Im ZDF sagte sie: "Es wird keine Kampftruppen in Syrien und im Irak geben." Steinmeier traf unter anderem Kronprinz Salman und Außenminister Saud al-Faisal. Saud sagte anschließend, der Terrorismus des IS müsse "ausgerottet" werden. Die USA und Saudi-Arabien griffen am Montag gemeinsam vom IS besetzte Stellungen in Syrien an.

Fotoreporter wieder frei

Drei im Südosten der Türkei festgenommene Fotoreporter aus Deutschland sind nach 31 Stunden wieder freigelassen worden. Ihnen war vorgeworfen worden, sie seien Spione und Provokateure. Die Journalisten wollten über die Demonstrationen im Kurdengebiet berichten, die viele Opfer gefordert hatten. (Kommentar)
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