Türkei erschwert Flüchtlingen Einreise
Hart an der Grenze

Berlin/Ankara. Kurz vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Türkei auf den Vorwurf unzureichender Grenzkontrolle reagiert. Die Regierung in Ankara erschwerte am Wochenende Irakern die Einreise. Trotz Winterkälte verwehrt die Türkei zudem Zehntausenden syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem umkämpften Aleppo den Einlass. Der türkische Grenzübergang Öncüpinar blieb auch am Sonntag dicht, wie Behörden der Grenzprovinz Kilis bestätigten.

Nach unterschiedlichen Angaben harren seit Tagen zwischen 30 000 und 50 000 Menschen in der Nähe der syrischen Stadt Asas aus. Die türkische Führung rechnet laut Medienberichten mit rund 70 000 Schutzsuchenden aus Nordsyrien. Die syrische Armee war in den vergangenen Tagen unterstützt durch russische Luftangriffe nördlich der Großstadt Aleppo vorgerückt.

Der griechische Außenminister Nikos Kotzias warf den mitteleuropäischen Staaten unterdessen vor, sein Land isolieren zu wollen. Athen schütze die Seegrenze zur Türkei so gut, wie Meeresgrenzen zu schützen seien. In einem Interview der "Rheinischen Post" warf er der EU mangelnde Solidarität vor und fügte an: "Wir haben die EU aufgefordert, uns 2000 Beamte der Grenzschutzagentur Frontex und 100 Boote zu schicken, es kamen bislang nur 800 Beamte." In dem Land wächst zudem der Widerstand gegen den Bau von Aufnahmezentren für Flüchtlinge, den Athen der EU zugesagt hatte.
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