Türkische Armee plant Marsch auf IS-Hochburg
Vorstoß bis Al-Rakka

Istanbul. Die türkische Armee will bei ihrer Operation in Nordsyrien nach den Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bis zur IS-Hochburg Al-Rakka vorstoßen. "Jetzt marschieren wir nach Al-Bab", sagte Erdogan am Donnerstag in Ankara. "Dann wird der Kampf weitergehen. Danach werden wir uns Manbidsch und Rakka zuwenden."

Erdogan sagte, er habe US-Präsident Barack Obama in einem Telefongespräch deutlich gemacht, dass es keine Notwendigkeit gebe, die Kurden-Milizen der YPG bei einer solchen Operation in Al-Rakka einzubinden. Die USA setzen beim Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die YPG am Boden. Die türkische Armee geht in Nordsyrien sowohl gegen den IS als auch gegen die YPG vor. Bei der YPG handelt es sich um den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Erdogan betonte erneut, man werde bei Entwicklungen in Syrien und im Irak, die die Türkei bedrohen könnten, niemals tatenlos bleiben. Mit Blick auf die Region Sindschar im Irak warnte er: "Sindschar ist auf dem Weg, das neue Kandil zu werden." Das könne nicht erlaubt werden. Im nordirakischen Kandil hat die PKK ihr Hauptquartier.

"Verbrannte Erde"


Im Nordirak sind mehr als 1000 Menschen wegen Erstickungssymptomen behandelt worden, nachdem der IS ein Sulfat-Werk angezündet hat. Südöstlich der vom IS kontrollierten Großstadt Mossul habe sich Ende vergangener Woche eine große Giftwolke über Dutzende Kilometer ausgebreitet, teilte das UN-Umweltprogramm UNEP mit. Die Extremisten hatten das Werk in Brand gesetzt, als irakische Kräfte vorrückten. UNEP warnte vor weiteren Umweltschäden durch die Militäroperation. Der IS setze auf eine "Politik der verbrannten Erde". So habe die Miliz 19 Ölquellen angezündet, wodurch Zivilisten und bewaffnete Kräfte giftigem Rauch ausgesetzt gewesen seien. Am Sonntag sei zudem ein Wasserwerk bei Gefechten beschädigt worden.
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