TV-Interview mit Melania Trump
Nur „Gerede unter Jungs“

Melania Trump nimmt ihren Ehemann Donald in Schutz. Bild: dpa

New York. Für Donald Trump läuft es derzeit denkbar schlecht. Nun holt seine Ehefrau Melania zum Gegenangriff gegen die Medien und das Clinton-Lager aus. Auch die 46-Jährige wittert eine große Verschwörung. Sie verteidigte seine frauenfeindlichen Aussagen verteidigte sie als "Gerede unter Jungs".

Er sei von dem Moderator Billy Bush dazu angestachelt worden, "dreckige und schlimme Sachen zu sagen", sagte das aus Slowenien stammende Ex-Model dem Sender CNN. In einem anderen Interview beschuldigte sie die Medien, ihrem Mann und ihrer Familie schaden zu wollen.

Es war das erste Mal, dass Melania Trump zu den frauenverachtenden Bemerkungen ihres 70-jährigen Mannes öffentlich das Wort ergriff. In dem Video, das am 7. Oktober verbreitet wurde, hört man ein Gespräch zwischen Trump und Bush, das sie im Jahr 2005 während einer Busfahrt geführt hatten. Damals waren Donald und Melania Trump seit weniger als einem Jahr verheiratet.

Der Unternehmer brüstet sich darin in vulgären Worten damit, dass er es sich als "Star" erlauben könne, Frauen unvermittelt zu küssen oder ihnen zwischen die Beine zu fassen. Er beschreibt auch einen Versuch, eine verheiratete Frau zu verführen.

Melania Trump hatte die Äußerungen bereits kurz nach ihrem Bekanntwerden als inakzeptabel bezeichnet, ihrem Mann aber verziehen. Bislang beschränkte sie sich auf schriftliche Erklärungen. Ohnehin tritt das ehemalige Model selten im Wahlkampf auf, auch Interviews sind rar, politisch Stellung bezieht sie so gut wie nie. Trump hat die schlechteste Woche in seinem Wahlkampf hinter sich. In Umfragen führt seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton deutlich.
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