Über 50 Tote nach Angriff auf Klini in Aleppo
Waffenruhe mit Ausnahmen

Bei Luftschlägen im Gebiet um die umkämpfte Stadt Aleppo wurden innerhalb einer Woche 200 Menschen getötet. Bild: dpa

Damaskus. Nach einer Eskalation der Gewalt hat Syriens Armee eine neue Waffenruhe für Teile des Bürgerkriegslandes erklärt. Sie soll jedoch nur vorübergehend gelten und schließt die zuletzt heftig umkämpfte nordsyrische Stadt Aleppo nicht mit ein. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) machte in erster Linie Syriens Führung für den Bruch der seit Februar geltenden Waffenruhe verantwortlich.

Die von den USA und Russland ausgehandelte Feuerpause war zuletzt immer brüchiger geworden. Allein in Aleppo wurden in einer Woche mehr als 200 Menschen getötet, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Bei einem verheerenden Angriff auf ein Krankenhaus starben am Mittwoch laut Rettungshelfern mindestens 50 Menschen, darunter sechs Mitarbeiter. Matthieu Amiraux, Sprecher von Ärzte ohne Grenzen sagte, das Töten von Ärzten sei gleichbedeutend mit dem Töten von weiteren Zivilisten: "Wenn die Ärzte umgebracht werden, ist niemand mehr da, der Kranke und Verletzte versorgt."

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte die Angriffe auf Zivilisten als "unentschuldbar". Steinmeier erklärte, die Bundesregierung gehe davon aus, dass auch dieser Angriff "mit einiger Wahrscheinlichkeit" von Truppen des Regimes geflogen worden seien. Er rief Machthaber Baschar al-Assad mit Nachdruck zur Einhaltung des Waffenstillstands auf.

Die neue Waffenruhe umfasst die Hauptstadt Damaskus, die Region östlich davon (für 24 Stunden) sowie die Küstenprovinz Latakia (für 72 Stunden). Sie solle am Samstag um 1 Uhr Ortszeit beginnen.
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