Über die Zahl deutscher Opfer keine Gewissheit - Bisher erst 18 von 38 Toten identifiziert
Tunesien will Urlauber besser schützen

Vor den Hotels sind noch mehr Polizisten aufmarschiert. Bild: dpa
Nach dem Terroranschlag im Badeort Sousse will Tunesien mit harter Hand gegen Extremisten vorgehen und Touristen besser schützen. Wie Innenminister Mohamed Najem Gharsalli ankündigte, sollen 1000 zusätzliche Sicherheitskräfte die Urlaubsorte bewachen. Die Behörden ermittelten bis Sonntag die Namen von 18 der 38 Opfer, teilte das Gesundheitsministerium mit. 14 stammen aus Großbritannien. Unter den Toten ist mindestens ein Deutscher, eine Deutsche wurde verletzt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) konnte am Samstagabend nicht ausschließen, dass weitere Deutsche ums Leben kamen. Generalbundesanwalt Harald Range leitete ein Ermittlungsverfahren ein und beauftragte das Bundeskriminalamt mit Untersuchungen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière will heute nach Sousse reisen.

Bei dem Attentäter handelte es sich um einen 24-jährigen Studenten der Universität in Kairouan, einer Hochburg von Salafisten. Er wurde beim Angriff erschossen. Zum Anschlag bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung. Noch weitgehend unklar sind hingegen die Hintergründe der Bluttat von Lyon, wo am Freitag ein Attentäter ein Werk für Industriegase überfallen und seinen Chef enthauptet hatte. Der 35-jährige Yassin S. habe den Mord gestanden, berichtete AFP unter Berufung auf Ermittler.

Der tunesischen Tourismusbranche droht ein Einbruch. Viele Urlauber verließen das Land: Mindestens 1000 Briten wurden ausgeflogen. Der Reiseveranstalter Tui rechnet damit, dass 250 deutsche Gäste vorzeitig abreisen. Etwa 3500 Urlauber aus Deutschland wollten nach Angaben von Tui jedoch bleiben. (Seite 8)
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