Übungsszenario der Polizei in Tschechien
Tschechen üben Abwehr von Flüchtlingen aus Bayern

Ein Schild mit dem Wappen der tschechischen Republik ist am Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein. Tschechische Sicherheitskräfte übten am Dienstag die Abwehr von Flüchtlingen aus Bayern und Sachsen. Symbolild: dpa

Prag. Die tschechische Polizei hat an den Grenzen zu Deutschland und Österreich die Abwehr von Migranten geprobt. Rund 100 zusätzliche Beamte führten am Dienstag stichprobenartige Personenkontrollen durch, wie das Polizeipräsidium in Prag mitteilte. Das Übungsszenario sah unter anderem vor, dass Asylbewerber nach ihrer Ablehnung in Deutschland aus grenznahen Unterkünften in Sachsen und Bayern nach Tschechien strömen.

Zeitgleich übten Polizei und Armee die Wiedereinführung von Grenzkontrollen an der Grenze zur Slowakei. Knapp 300 Polizisten, mehr als 140 Soldaten und 30 Zollbeamte patrouillierten an der 250 Kilometer langen grünen Grenze zum Nachbarstaat. "Auch wenn wir einen Rückgang der illegalen Migration um 40 Prozent verzeichnen, ist es notwendig, auf verschiedene Risikosituationen vorbereitet zu sein", sagte Polizeipräsident Tomas Tuhy im tschechischen Fernsehen.

Von Januar bis Ende Juli erhielten nur 132 Menschen Asyl in dem EU- und Schengen-Staat. Im gleichen Zeitraum wurden nach Angaben der Mitte-Links-Regierung 995 neue Asylanträge verzeichnet. Das Land setzt auf Abschreckung und hat Polizisten zu Grenzschutzeinsätzen entlang der Flüchtlings-Balkanroute nach Ungarn und Mazedonien entsandt.
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