Ukraine will Ausgaben für Waffen vervierfachen
Kreml kritisiert Aufrüstung

Ukrainische Truppen im Manöver: Trotz des drohenden Staatsbankrotts will Kiew in diesem Jahr massiv aufrüsten. Bild: dpa
Im Ukraine-Konflikt hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow der Nato mit scharfen Worten eine Aufrüstung an den russischen Grenzen vorgeworfen. Dies trage nicht zur Vertrauensbildung bei, kritisierte er in Moskau. Die USA hatten angekündigt, rund 3000 Soldaten zu Manövern ins Baltikum zu verlegen. Dies sei Teil einer Rotation zur Stärkung der Nato in der Region, sagte Pentagon-Sprecher Major James Brindle. Rund 750 Panzer und anderes schweres Gerät seien schon eingetroffen.

Lawrow warf zugleich der EU vor, eine Konfrontation zwischen Moskau und Brüssel zu schüren. Die EU tue so, als gäbe es keine Fortschritte bei der Umsetzung des Friedensplans für das Kriegsgebiet Ostukraine. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte zuvor bestätigt, dass Militär und prorussische Separatisten schwere Waffen von der Front abgezogen hätten. Die Ukraine will trotz eines drohenden Staatsbankrotts im laufenden Jahr umgerechnet 566 Millionen Euro für neue Waffen ausgeben - und damit fast viermal so viel wie 2014. Das teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Kritiker beklagen, dass die prowestliche Führung in Kiew zu viel Geld in Rüstung und zu wenig in dringend nötige Strukturreformen steckt.
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