Umgang mit Anti-Islam-Bewegung spaltet Parteien - Konzert in Dresden für Weltoffenheit
Pegida nicht der Rede wert?

Dresden am Montagabend. Mit prominenten Stars wie Herbert Grönemeyer kämpfte Dresden gegen das Image als Pegida-Hochburg. Bild: dpa
Die Frage nach dem Umgang mit der islamkritischen Pegida-Bewegung sorgt für Auseinandersetzungen in den Parteien. In der SPD brach nach dem Besuch von Parteichef Sigmar Gabriel bei einer Diskussionsrunde mit Pegida-Anhängern eine Kontroverse darüber aus, ob ein Dialog nötig oder unangebracht ist.

Gabriel war am Freitag überraschend in Dresden bei einer Diskussionsrunde mit Pegida-Anhängern aufgetaucht. Er positionierte sich damit anders als die SPD-Generalsekretärin, die einen Dialog nicht nur mit der Pegida-Spitze, sondern auch mit Demonstranten abgelehnt hatte. Yasmin Fahimi sagte am Montag, sie bleibe dabei, dass sie solche Gesprächsforen nicht besuchen wolle. Einig sei man sich, dass es keine Gespräche mit den Organisatoren geben könne. Grünen-Chefin Simone Peter wertete Gabriels Schritt als grundfalsch und warf ihm vor, den "Pegida-Versteher" zu mimen. Mit Leuten, die Ressentiments gegen Flüchtlinge und Muslime schürten, gebe es für die Grünen keine Gesprächsgrundlage. Auch bei der Linken gibt es unterschiedliche Haltungen. Fraktionschef Gregor Gysi hatte vor Tagen angekündigt, er wolle mit Mitläufern der Pegida-Bewegung reden. Parteichef Bernd Riexinger pfiff Gysi nun zurück und ermahnte ihn, sich an die Parteilinie zu halten.

Für Montagabend waren in zahlreichen Städten erneut Kundgebungen von Pegida-Ablegern und zugleich Gegenaktionen angesetzt. Unter dem Motto "Offen und bunt" demonstrierten mit einem Konzert vor der Frauenkirche Zehntausende Dresdner für Weltoffenheit.
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