UN-Gipfel einig bei Stadt-Agenda
Keine großen Lösungen

Abkühlung neben Abfällen in Manila (Philippinen): Der UN-Siedlungsgipfel hat sich auf einen 20-Jahres-Plan für die Entwicklung wachsender Städte geeinigt. Archivbild: dpa

Quito. Kampf gegen Verdrängung, Zugang zu Trinkwasser, weniger CO2-Ausstoß: Der UN-Siedlungsgipfel in Quito hat sich erstmals auf einen 20-Jahres-Plan für die Entwicklung der wachsenden Großstädte geeinigt. "Es ist ein enormer Erfolg, dass sich hier 193 Staaten auf die New Urban Agenda verständigt haben", sagte der deutsche Delegationsleiter, Bau-Staatssekretär Gunther Adler, der dpa. "Dass Städten und Kommunen mehr Selbstbestimmung bei der Stadtplanung eingeräumt werden soll, dass sie weltweit zum eigenständigen Akteur werden sollen, ist nicht zu unterschätzen."

Das ausverhandelte Dokument sollte zum Abschluss am Donnerstagabend unterzeichnet werden. Allerdings sind die Vorgaben allgemein - es gibt keine Mindestzahlen für die Finanzausstattung. Die Ziele sind auch nicht bindend, sollen aber zum Beispiel beim Klimaschutz helfen, dass die Erderwärmung auf maximal zwei Grad begrenzt wird. Es gab aber zum Abschluss auch Kritik unter den rund 40 000 Teilnehmern in Ecuadors Hauptstadt Quito, weil es kaum Lösungsansätze für die sozialen Probleme gebe.

"Dazu gehört der in vielen Ländern dramatische Mangel an erschwinglichem Wohnraum und der Umgang mit Armensiedlungen, die ein Resultat dieses Wohnungsmangels sind", kritisierte Almuth Schauber, Expertin für städtische Armut beim Hilfswerk Misereor. "Vertreibungen wurden bereits vor 20 Jahren als Menschenrechtsverletzung thematisiert und sind doch furchtbare Realität in vielen Städten. Aktuell finden beispielsweise Massenvertreibungen in Lagos statt."

900 Millionen in Slums


900 Millionen Menschen weltweit leben heute in städtischen Slums; 70 Prozent der Treibhausgasemissionen fallen hier an. Mit fast vier Milliarden lebt schon mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung heute in Städten, die nur zwei Prozent der globalen Fläche ausmachen. Adler forderte, den UN-Gipfel nicht mehr nur alle 20 Jahre zu veranstalten. Bisher gab es 1976, 1996 und nun 2016 einen - der nächste wäre 2036.
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