Unbegleitete Flüchtlingskinder und -jugendliche
Kommunen klagen über zu hohe Kosten

Berlin/Kabul. Die Kommunen wollen bei der Versorgung unbegleiteter Flüchtlingskinder auf die Kostenbremse treten. Der Städte- und Gemeindebund (DStGB) befürchtet wegen der steigenden Zahl minderjähriger Ausländer, die ohne ihre Eltern nach Deutschland kommen, eine Kostenexplosion und fordert deshalb eine Absenkung der Betreuungsstandards. Die Versorgung der jugendlichen Flüchtlinge müsse aus dem Kinder- und Jugendrecht herausgenommen werden, sagte DStGB-Sozialexperte Uwe Lübking der "Welt". Derzeit sind die Kommunen verpflichtet, die Unbegleiteten in Heimen unterzubringen, die eigentlich für drogensüchtige oder Jugendliche in Not geschaffen wurden.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will unterdessen abgelehnte Asylbewerber aus Afghanistan verstärkt in ihre Heimat zurückschicken. Bei einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul appellierte der Minister am Montag an die Bevölkerung, nicht auf Schlepper hereinzufallen. Nach seinem Willen sollen abgelehnte Schutzsuchende aus Afghanistan möglichst freiwillig in sichere Regionen des Landes zurückkehren und dann Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung und Arbeit bekommen.

Die Zahl der Afghanen, die nach Deutschland fliehen, ist enorm gestiegen. Im vergangenen Jahr hatten die Behörden in Deutschland mehr als 150 000 Afghanen als Asylbewerber registriert. Sie waren damit die zweitgrößte Gruppe nach den Syrern.

PreisverdächtigDie griechische Akademie der Wissenschaften hat drei Flüchtlingshelfer stellvertretend für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen: die US-Schauspielerin Susan Sarandon, eine 85-jährige Griechin und ein 40-jähriger Fischer von der Insel Lesbos. Sie sollten den Preis stellvertretend für die Einwohner der Inseln der Ostägäis und die dort tätigen internationalen Organisationen zugesprochen bekommen. Das sagte der Präsident der Akademie in Athen, Thanasis Valtinos, am Montag. Die Helfer hätten sich 2015 um Hunderttausende Flüchtlinge gekümmert. (dpa)
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