Unicef-Bericht: Jedes Zehnte wächst im Krieg auf
Kinder zwischen den Fronten

Jedes zehnte Kind weltweit wächst in einem Kriegsgebiet auf. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) rechnet in seinem neuen Bericht "Kinder zwischen den Fronten" vor, dass derzeit rund 230 Millionen Kinder in ihren prägenden Lebensjahren Unsicherheit, Hass und Gewalt erleben. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Minderjährigen, die in Konfliktgebieten und in instabilen Staaten leben, in den kommenden drei Jahren noch weiter ansteigen wird, sagte Unicef-Programmdirektor Ted Chaiban am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.

Die schwersten Misshandlungen drohten Kindern laut Unicef aktuell in Syrien, im Irak, im Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik. "Mädchen und Jungen werden direkt zur Zielscheibe von Gewalt, entführt und versklavt", heißt es in dem Bericht. Gruppen wie die Terrormilizen Islamischer Staat und Boko Haram missachteten die Prinzipien des humanitären Völkerrechts bewusst, um dadurch maximale Aufmerksamkeit zu erregen. Trotzdem übten sie vor allem auf einige junge Menschen eine gewisse Faszination aus, stellt der Unicef-Bericht fest. "Ideologien wie die des IS versprechen Abenteuer, soziale Nähe und das Gefühl, Grenzen überwinden zu können, die Jugendlichen im Alltag auferlegt werden."

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kritisierte die aus seiner Sicht mangelhafte Spendenbereitschaft für die Flüchtlinge und Vertriebenen aus Syrien. "Die Weltgemeinschaft muss reagieren und ihre Zusagen einhalten", betonte Müller.
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