Unregelmäßigkeiten bei Kommunalwahl in der Ukraine
Stimmzettel fehlen

Überschattet von Unregelmäßigkeiten im Osten des Landes hat die krisengeschüttelte Ukraine Kommunalwahlen abgehalten. In den Städten Mariupol und Krasnoarmeisk blieben die Wahllokale am Sonntag geschlossen, weil keine Stimmzettel vorlagen. Nach Angaben des Innenministeriums blieben insgesamt mehr als 230 Wahllokale in der Ostukraine geschlossen, davon rund 200 in Mariupol. Auch in anderen Städten gab es demnach vereinzelte Probleme.

Präsident Petro Poroschenko kritisierte den Vorfall als nicht hinnehmbar und forderte rasch einen neuen Termin für die Abstimmung. Die Wahl galt als wichtiges Stimmungsbarometer für den prowestlichen Kurs der Führung in Kiew. Der Krieg mit prorussischen Separatisten im Donbass und schwere Wirtschaftsprobleme haben die Ex-Sowjetrepublik in eine tiefe Krise gestürzt. In Teilen der abtrünnigen Gebiete Donezk und Luhansk sowie auf der von Russland einverleibten Halbinsel Krim wurde nicht abgestimmt. Die Aufständischen im Donbass wollen im Frühjahr Wahlen abhalten. Angesichts der Probleme in Mariupol sprach Staatschef Poroschenko von Fälschungsversuchen.

In der Hauptstadt Kiew lief die Abstimmung bei trübem Herbstwetter nur schleppend an. Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko strebt in Kiew für die Präsidentenpartei Block-Petro-Poroschenko eine zweite Amtszeit als Stadtoberhaupt an. Nachwahlbefragungen zufolge erhielt der Ex-Boxer am Sonntag 38 bis 40 Prozent der abgegebenen Stimmen, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Sein Gegner für die Stichwahl stand abends noch nicht fest. Rund 30 Millionen Menschen waren aufgerufen, Regionalparlamente, Stadträte und Bürgermeister zu wählen. Insgesamt bewarben sich 142 Parteien und mehr als 210 000 Kandidaten um Mandate. Amtliche Endergebnisse sollen erst in den kommenden Tagen vorliegen. Als Termin für mögliche Stichwahlen ist der 15. November angesetzt.
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