Unterhändler ringen um Vertragsentwurf für Paris
Klimagipfel drängt

Sechs Wochen vor dem Klimagipfel in Paris ringen Diplomaten noch um einen für alle Seiten akzeptablen Entwurf für das Abkommen. In Bonn kamen am Montag mehr als 1000 Unterhändler und Klima-Experten aus aller Welt zu einer UN-Konferenz zusammen. Ihre Aufgabe ist es, bis Freitag über einen Entwurf für das Abkommen zu beraten, das im Dezember beschlossen werden soll. Als Schlüssel zum Erfolg gilt, dass in Bonn bereits viele Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden - und so wenig offene Verhandlungsmasse für Paris bleibt.

Den Beginn der Verhandlungen schätzten Umweltschützer wie erwartet als etwas zäh ein. Den Staaten sei zugestanden worden, dem jüngsten - und recht kompakten - Entwurf wieder Ergänzungen, Optionen und Verbesserungsvorschläge hinzuzufügen. "Dieser Prozess, den wir jetzt erleben, nennt man im Verhandlerjargon "Ziehharmonika", sagte Christoph Bals von Germanwatch. Der Vertragstext blähe sich zunächst wieder auf, bevor er danach zusammengestrichen wird. Der Greenpeace-Experte Martin Kaiser sagte, der anfängliche Verlauf stimme ihn dennoch leicht optimistisch.

Inhaltlich formulierten die Umweltschutzorganisationen Kritik am Dokument. "Der Vertragsentwurf ist gefährlich schwach", sagte Oxfam-Experte Jan Kowalzig. Greenpeace vermisste ein Bekenntnis zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas.
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