US-Außenminister startet Vermittlungsversuch für Nahost
Kerry weckt Hoffnung

US-Außenminister John Kerry (links) und sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier. Bild: dpa
Bei den internationalen Bemühungen um ein Ende der Gewaltwelle im Nahen Osten gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer. Ein Gespräch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Berlin habe ihm "vorsichtigen Optimismus" gegeben, sagte Kerry am Donnerstag bei einem anschließenden Treffen mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er sei "verhalten ermutigt", dass in den nächsten Tagen möglicherweise einige Dinge auf den Tisch gelegt werden könnten, die hoffentlich positive Auswirkungen für eine Entschärfung der Situation hätten.

Kerry kündigte an, er wolle mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und dem jordanischen König Abdullah weiter beraten. Wenn die beteiligten Parteien den Willen zur Deeskalation hätten, gebe es mögliche Entscheidungen, die getroffen werden könnten. Nähere Angaben machte Kerry nicht. Seit Monatsbeginn sind bei Anschlägen und Auseinandersetzungen mehr als 60 Israelis und Palästinenser getötet worden.

Vor dem Treffen mit dem Bundesaußenminister sprach Kerry in Berlin mit Netanjahu. "Es ist entscheidend, dass all diese Hetze und all diese Gewalt aufhört", sagte Kerry zum Auftakt dieses Treffens. Netanjahu bezichtigte Abbas erneut der Lüge. Netanjahu wirft Abbas vor, Israel zu unterstellen, es wolle den Status quo auf dem Tempelberg in Jerusalem ändern. Die Stätte ist Juden wie Muslimen heilig. Ein Streit um Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg, wo muslimischen Heiligtümer stehen, gilt mit als Auslöser der jüngsten Welle der Gewalt.
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