US-Präsident auf Reisen
Obamas sperrige Reise

Barack Obama winkt. Der US-Präsident tritt eine seiner letzten Reisen im Amt an. Bild: dpa

Washington. Dafür, dass er angeblich eine lahme Ente ist, fliegt er nochmals ziemlich weit. An diesem Mittwoch beginnt der scheidende US-Präsident eine sechstägige Reise: Sie führt ihn nach Saudi-Arabien, nach London und nach Hannover. Barack Obamas "lame duck"-Problem: Er ist nicht mehr allzu lange im Amt. Wer ihm folgt ist völlig offen. So wird keiner seiner Gesprächspartner wissen, wie verbindlich und haltbar ist, was ihnen Obama sagt.

Saudi-Arabien: schweigender Partner

Der Nahe Osten ist ein politisches Chaos und ein diplomatisches Minenfeld, an dem die USA einen gehörigen Anteil haben. Obama wird an einem Gipfel des Golf-Kooperationsrates teilnehmen. Die Probleme sind gewaltig. Syrien, Jemen, Iran, der Kampf gegen den Islamischen Staat - und das komplexe Verhältnis der USA zum Gastgeber Saudi-Arabien. Nach einem Interview mit dem Magazin "The Atlantic", in dem Obama Riads Rolle als Alliierter kühl hinterfragt hatte, muss er nun beruhigen.

Großbritannien: immer noch eine "besondere Beziehung"?

"Wir haben keinen engeren Verbündeten in der Welt als Großbritannien": Das sagte Obamas Vize-Sicherheitsberater Ben Rhodes Reportern am Telefon. Der Geburtstag der Queen kommt da gerade recht. Am Freitag wird der Präsident wohl mit der dann gerade 90 Jahre alt gewordenen Monarchin auf Schloss Windsor tafeln. Trotzdem ist London kein leichtes Pflaster, Stichwort Brexit. Scharf kritisierten Gegner eine mögliche Parteinahme der USA. Die bemühen sich um Neutralität. Aber: "Alle profitieren davon, wenn die EU mit einer Stimme spricht", wenn Großbritannien in der EU bleibe.

TTIP: Wiederbelebung auf der Hannover-Messe?

Am Sonntag trifft Obama in Hannover ein, wird die Kanzlerin unter vier Augen treffen. Nach den Anschlägen von Paris und Brüssel fordern die USA von Europa mehr Kooperation, mehr Datenaustausch und ein höheres Sicherheitsniveau. Andere Themen bis Montag: die Vorbereitung des Nato-Gipfels in Warschau, das hochproblematische Verhältnis zu Russland, die Ukraine und natürlich der Komplex Migration und Flüchtlinge. Und dann ist da noch das Thema TTIP. Das Handelsabkommen ist quasi in der stabilen Seitenlage.
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