US-Präsidentschaftswahlkampf
Hillary Clinton bittet um Vertrauen in ihre Kompetenz

Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, und ihr "Running Mate", der Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten, Tim Kaine, lassen sich vom Parteitag feiern. Bild: dpa

Partystimmung und Feuerwerk zum Schluss. Nach einer vier Tage dauernden Politshow in Philadelphia beginnt nun der bedeutendste Zweikampf der Welt: Clinton gegen Trump.

Philadelphia. Das historische Präsidentschaftsrennen in den USA, an dem erstmals eine Frau teilnimmt, ist eröffnet. Die frühere Außenministerin, Senatorin und First Lady Hillary Clinton ist jetzt auch offiziell Kandidatin der Demokratischen Partei. Die 68-Jährige nahm am Donnerstagabend (Ortszeit) auf dem Parteitag in Philadelphia ihre Nominierung an. Die Partei feierte sie zum Ende des viertägigen Konvents bei einer großen Party mit Feuerwerk und Luftballonregen.

Angriff auf Trump


Clinton nutzte ihre Rede zum Abschluss des Konvents zum Frontalangriff gegen ihren Rivalen. "Donald Trump bietet keinen echten Wandel. Er bietet leere Versprechungen", rief sie den mehr als 4700 Delegierten zu. "Er will, dass wir die Zukunft fürchten und einander fürchten." Clinton stellte auch Trumps charakterliche Eignung für das Präsidentenamt in Frage. "Glaubt ihr wirklich, dass Donald Trump das Temperament hat, um Oberbefehlshaber der Streitkräfte zu sein?", fragte sie. Ein lautes "Nein" war die Antwort des Publikums.

"Ein Mann, den man mit einer Twitter-Nachricht ködern kann, ist nicht ein Mann, dem wir Atomwaffen anvertrauen können", rief Clinton. Trump ließ sich nicht lange bitten und feuerte via Twitter zurück. "Niemand hat ein schlechteres Urteilsvermögen als Hillary Clinton. Korruption und Verwüstung folgen ihr, wohin sie auch geht", schrieb der 70 Jahre alte Populist. Clinton hatte in ihrer Rede Trump mit der Aussage zitiert, er wisse mehr über die Terrormiliz IS als "die Generäle". "Nein, Donald, tust du nicht", sagte sie.

Clinton war am Dienstag zur Kandidatin der Demokraten gewählt worden. Sie hatte sich in den Vorwahlen gegen ihren parteiinternen Rivalen Bernie Sanders durchgesetzt. Dennoch kämpft die 68-Jährige mit einem Imageproblem. Die Zustimmung innerhalb der eigenen Partei vor der Nominierung war so niedrig wie bei keinem anderen Kandidaten zuvor. 68 Prozent der US-Amerikaner gaben an, kein Vertrauen in Clinton zu besitzen. Die Menschen tragen ihr Skandale aus der Vergangenheit nach, wie etwa den Umgang mit vermuteten Seitensprüngen ihres Mannes Bill. Auch ihre Nähe zur New Yorker Finanzwelt gilt als Manko.

Nachfolge Obamas


Die Ex-Außenministerin präsentierte sich als Macherin, die in der Lage ist, Probleme in den Griff zu bekommen. "Amerika steht am Scheideweg." Die Probleme der Zukunft müssten gemeinsam und im Wettstreit der Ideen gelöst werden. "Lasst Euch nicht erzählen, dass das einer alleine lösen kann." Die Amerikaner entscheiden am 8. November über die Nachfolge des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama, der nach seiner zweiten Amtsperiode nicht mehr für das Weiße Haus kandidieren darf.
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