US-Wahl
Trump will gegen Illegale druchgreifen

"Nicht mein Präsident." Mit Plakaten wie diesem protestierten erneut Tausende gegen die Wahl von Donald Trump. Bild: dpa

Washington. Der künftige US-Präsident Donald Trump will nach seinem Amtsantritt in der Ausländerpolitik hart durchgreifen. Er will nicht nur bis zu drei Millionen Menschen ohne gültige Dokumente schnell ausweisen. Mit Abstrichen hält er auch an seinem Mauerbau an der Grenze zu Mexiko fest. Dies bekräftigte er in einem CBS-Interview.

In einigen Gebieten könnte es aber auch "etwas Einzäunung" geben, sagte der 70-Jährige, der am 20. Januar vereidigt wird. Laut Trump-Berater Newt Gingrich werde der neue Präsident aber nicht viel Zeit darauf verwenden, Mexiko dafür zur Kasse zu bitten. Dies hatte Trump immer wieder im Wahlkampf angekündigt.

In New York, Los Angeles, Chicago und anderen Städten versammelten sich am Samstag wieder Tausende zu Protesten gegen Trump. Der Sender CNN sprach von der größten Protestaktion in New York nach der Wahl.

Die im Wahlkampf scharf kritisierte Gesundheitsreform des scheidenden Präsidenten Barack Obama will Trump doch nicht abschaffen. Einige Teile werde er übernehmen, sagte er in einem Interview des "Wall Street Journal". Die Regelung, dass Versicherer Patienten nicht wegen Vorerkrankungen ablehnen können, halte er für richtig. Außerdem sollten auch künftig Kinder bis zum Alter von 26 Jahren bei ihren Eltern mitversichert bleiben können. Als Kandidat hatte Trump die als "Obamacare" bekannte Reform als "Katastrophe" bezeichnet und angekündigt, er werde sie "als Erstes" rückgängig machen.

Zum neuen Chef seines Übergangsteams ernannte Trump seinen "Vize" Mike Pence, New Jerseys Gouverneur Chris Christie rutschte auf den Stellvertreterposten. Nach Informationen des TV-Senders CNN entschied sich Trump für den Parteivorsitzenden Reince Priebus als Stabschef im Weißen Haus. Der Stabschef ist der zweitwichtigste Mann im Weißen Haus. Er leitet den Mitarbeiterstab und entscheidet, wer Zugang zum Präsidenten bekommt. Im Gespräch war auch Trumps Wahlkampfleiter Steve Bannon. Anders als Bannon kennt Priebus den Politikbetrieb in Washington aus dem Effeff.

In Brüssel berieten am Sonntagabend die EU-Außenminister bei einem Sondertreffen über eine gemeinsamen Linie im Verhältnis zu Amerika. Vorab wurden Forderungen laut, Trumps Provokationen im Wahlkampf nicht für bare Münze zu nehmen und ihm eine Chance zu geben. Gleichzeitig plädierten EU-Politiker für mehr Stärke, auch militärisch.
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