US-Wahlkampf
Donald Trump scheint unaufhaltsam

Donald Trump, Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner, bei einem Auftritt in New York. Der Milliardär, so sein Slogan, will "Amerika wieder groß machen". Bild: dpa

Donald Trump hat einen Lauf: Mit fünf Vorwahlsiegen verbesserte der Immobilienmagnat aus New York seine Ausgangsposition für die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner deutlich. Und auch bei den Demokraten scheinen die Würfel gefallen.

Washington. Trump ließ am Dienstag (Ortszeit) in Maryland, Delaware, Rhode Island, Connecticut und Pennsylvania seine parteiinternen Kontrahenten John Kasich und Ted Cruz weit hinter sich. Bei den fünf Vorwahlen sicherte er sich wohl mehr als 100 der 118 zur Verfügung stehenden Delegierten. Hinzu kommen noch schätzungsweise 35 aus Pennsylvania, wo die Delegierten direkt gewählt werden und sich nicht für einen Kandidaten aussprechen müssen. Mehr als 30 bekennen sich zu Trump. Er hatte in Pennsylvania eine Zwei-Drittel-Mehrheit geholt.

Trump braucht mehr Siege


Seine Chance, bis zum Nominierungsparteitag im Juli in Cleveland die absolute Mehrheit von 1237 Delegierten - diese küren den Präsidentschaftskandidaten - hinter sich zu versammeln, hat sich damit signifikant erhöht. Da Trump aber bislang erst rund 950 Delegiertenstimmen für sich verbuchen kann, muss er dafür seine Siegesserie fortsetzen.

Schon am Dienstag steht mit Indiana eine Vorwahl im nächsten wichtigen, möglicherweise sogar vorentscheidenden Bundesstaat an. Sowohl Trump als auch sein Herausforderer Ted Cruz erhöhten ihre Wahlkampfanstrengungen in Indiana massiv.

Bei den Demokraten musste sich Favoritin Hillary Clinton am Dienstag nur in Rhode Island ihrem Kontrahenten Bernie Sanders beugen. Die frühere Außenministerin und Ehefrau des Ex-Präsidenten Bill Clinton siegte klar in Maryland, Pennsylvania und Delaware und holte sich nach einem lange offenen Rennen auch einen knappen Sieg in Connecticut.

Sanders will kämpfen


Clinton ist damit kaum noch von Sanders einzuholen. Der linksliberale Senator hatte aber bereits zuvor angekündigt, nicht aufgeben zu wollen und auch beim Parteitag im Juli zu kandidieren. "Mit Eurer Hilfe werden wir zurück nach Philadelphia kommen, zum demokratischen Parteitag, mit den meisten Stimmen und den meisten Delegierten", rief Clinton versammelten Anhängern in Philadelphia (Pennsylvania) zu.

Bei den Republikanern versuchen einflussreiche Parteifunktionäre seit Monaten, Trumps Kandidatur zu verhindern. Der holte jetzt verbal zum Gegenschlag aus. Er forderte Cruz und Kasich dazu auf, ihre Bewerbungen aufzugeben und sich hinter seine Kandidatur zu stellen. "Ich betrachte mich als den mutmaßlichen Kandidaten", sagte Trump nach seinem Fünffach-Triumph in New York. Es sei an der Zeit, die republikanische Partei wieder zu einen.

Sollte Trump nicht auf die benötigten Delegierten kommen, könnte er die Nominierung durch ein parteiinternes Gegenmanöver noch verlieren, selbst wenn er mit den meisten Delegierten nach Cleveland zieht. Auch wenn diese Aussicht weniger wahrscheinlich geworden ist: Wegen dieser Konstellation gilt der Parteitag schon jetzt als einer der spannendsten in der Parteigeschichte.
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