US-Wahlkampf
Trumps Super-Gau

Melania Trump kritisierte die Worte ihres Mannes Donald am Samstag. Ob sie an der Ehe mit dem Immobilien- unternehmer und republikanischen US-Präsidentschaftskandidat festhält, wird sich wohl erst nach der Wahl am 8. November zeigen. Bild: dpa
 
Der amerikanische Schauspieler Robert de Niro. Bild: dpa

Nur zähneknirschend stellten sich viele führende Republikaner hinter Donald Trump. Nach dessen frauenverachtenden Bemerkungen bröckelt die Fassade stärker denn je. Und das kurz vor dem zweiten TV-Duell Trumps mit der Demokratin Hillary Clinton.

Washington. Nach der Veröffentlichung eines Skandalvideos verliert der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Donald Trump, Rückhalt in den eigenen Reihen. Mehr als 150 zum Teil führende Republikaner zogen ihre Unterstützung für den Kandidaten zurück - knapp vier Wochen vor der Wahl und kurz vor dem möglicherweise vorentscheidenden zweiten Fernsehduell mit der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Manche Republikaner forderten Trump sogar zum Rückzug auf, was der 70-Jährige strikt ablehnte.

Trump ging damit unter enormem Druck in den eineinhalbstündigen Showdown am Sonntagabend (Montag, 3 Uhr MESZ) in St. Louis. Analysten sagten eine weitere Absetzbewegung in der Partei für den Fall voraus, dass Trump erneut schlecht abschneiden sollte. Die erste Fernsehdebatte mit Clinton Ende September hatte er klar verloren. Die Ex-Außenministerin legte danach in Umfragen zu. Durchschnittlich lag sie am Sonntag USA-weit mit 4,6 Prozentpunkten vor ihrem Gegner.

Das Video, das die "Washington Post" am Freitag veröffentlichte, stammt aus dem Jahr 2005. Trump äußert sich darin vulgär über Frauen und brüstet sich mit sexuellen Übergriffen. Die Veröffentlichung schlug so hohe Wellen, dass sich der Republikaner mitten in der Nacht zum Samstag zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen sah. US-Medien sprachen von einer "Bombenexplosion" im Wahlkampf, von der sich Trump möglicherweise nicht mehr erholen könne. Kritik kam sogar von Trumps Vizekandidat Mike Pence: Als Ehemann und Vater habe er sich persönlich beleidigt gefühlt, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des konservativen Politikers.

In dem Skandalvideo ist zu hören, wie der damals bereits mit seiner jetzigen Frau Melania verheiratete Trump in drastischen Worten seinen Versuch beschreibt, eine andere, verheiratete Frau zu verführen. Melania Trump kritisierte ihren Mann Donald. "Die Worte, die mein Mann benutzt hat, sind inakzeptabel und beleidigend für mich. Dies spiegelt nicht den Mann wider, den ich kenne. Er hat das Herz und Gemüt einer Führungsperson."

Rücktritt gefodert


Der frühere Präsidentschaftskandidat John McCain erklärte, er werde bei der Wahl am 8. November nicht für Trump stimmen. Dessen jüngstes Verhalten und seine verächtlichen Aussagen über Frauen machten es ihm unmöglich, den Kandidaten weiter zu unterstützen. Die Senatorin Kelly Ayotte und weitere Abgeordnete hatten sich zuvor ähnlich geäußert. Andere Republikaner wie die frühere Außenministerin Condoleezza Rice gingen einen Schritt weiter und forderten Trumps Rückzug.

Robert De Niros ZornDer amerikanische Schauspieler Robert De Niro (73) würde Donald Trump nach seinen eigenen Worten gerne "eine reinhauen". Dies sagte der Künstler in einem am Samstag veröffentlichten Video, das US-Bürger zur Teilnahme an den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen ermutigen soll. Die Produktionsfirma Anonymous Content hatte Medienberichten zufolge Prominenten in den USA die Frage gestellt, was ihnen wichtig sei und von De Niro folgende Antwort erhalten:

"Ich meine, er [Trump] ist so offensichtlich dumm. Er ist ein Nichtsnutz, ein Hund, ein Schwein, ein Betrüger, ein notorischer Lügner, ein Köter, der nicht weiß, wovon er spricht. Er macht seine Hausaufgaben nicht, ihm ist alles egal. Er denkt, dass er mit der Gesellschaft spielt. Er bezahlt seine Steuern nicht. Er ist ein Idiot. [Der frühere US-Außenminister] Colin Powell hat es am besten gesagt, er ist eine 'nationale Schande'. Er ist peinlich für dieses Land. Es macht mich so wütend, dass dieses Land an den Punkt gekommen ist, dass dieser Idiot, dieser Dummkopf dorthin gelangt ist, wo er ist.

Er spricht darüber, dass er Leuten eine reinhauen will. Gut, ich würde ihm gerne eine reinhauen. Soll das jemand sein, den wir als Präsidenten haben wollen? Wohl kaum. Mir ist die Richtung dieses Landes wichtig. Und ich mache mir sehr große Sorgen, dass es mit jemandem wie Donald Trump in die falsche Richtung gehen könnte.

Wenn dir deine Zukunft wichtig ist, wähle sie!"
3 Kommentare
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Tanja Krauthan aus Tirschenreuth | 10.10.2016 | 08:58  
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 13.10.2016 | 13:07  
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Tanja Krauthan aus Tirschenreuth | 14.10.2016 | 15:31  
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