USA bitten um Awacs-Flugzeuge im Kampf gegen IS
Der nächste Einsatz?

Brüssel/Berlin. Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) könnte auf Bundeswehrsoldaten eine Ausweitung des Syrien-Einsatzes zukommen. Die Nato bestätigte, dass Washington das Bündnis gebeten hat, der US-geführten Koalition gegen den IS Awacs-Flugzeuge zur Verfügung zu stellen. Die 16 Spezialmaschinen der Nato haben ihren Stützpunkt in Geilenkirchen bei Aachen. Die Bundeswehr stellt rund ein Drittel der Besatzungsmitglieder.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) könnten die Flugzeuge Luftangriffe der Anti-IS-Koalition auf Terroristen-Stellungen in Syrien und im Irak koordinieren. Wahrscheinlich hätten die Überwachungsflugzeuge zusätzlich den Auftrag, die Luftverteidigung der Türkei zu unterstützen. Eine Beteiligung der Bundeswehr an einem möglichen Syrien-Einsatz von Nato-Awacs ist in Berlin umstritten. Aus Sicht der Grünen wäre dies "eine direkte Beteiligung an einem Kampfeinsatz". "Das wäre die nächste Stufe der Ausweitung der Beteiligung der Bundeswehr in der Region", sagte der Verteidigungspolitiker Tobias Lindner am Freitag. Dafür wäre ein neues Mandat des Bundestages notwendig, betonte er. Die Awacs-Flugzeuge könnten nach dpa-Informationen als fliegende Gefechtsstände die Luftangriffe der Anti-IS-Koalition koordinieren.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, sagte: "Der Wunsch der USA ist der Bundesregierung bekannt." Eine Nato-Beteiligung am Anti-Terror-Kampf in Syrien sei beim Nato-Außenministertreffen Anfang Dezember kontrovers diskutiert worden, fügte er hinzu. Mehrere Minister hätten damals erklärt, in der islamischen Welt solle nicht der Eindruck entstehen, "dass es ein Kampf des Westens gegen Vertreter des Islam sein soll". Die US-Anfrage werde derzeit von den Alliierten diskutiert, sagte eine Nato-Sprecherin. Einem Einsatz der Awacs müssten alle 28 Bündnisstaaten zustimmen.
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