Vatikan und Bischofskonferenz entsetzt - Ägypten übt mit Luftschlägen Vergeltung gegen ...
Aufschrei nach Enthauptung von Kopten

(KNA/dpa) Mit Entsetzen haben Politiker und Religionsvertreter auf die Enthauptung koptischer Christen durch die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reagiert. "Sie wurden ermordet, weil sie Christen sind", sagte Papst Franziskus am Montag im Vatikan. "Das Blut unserer christlichen Brüder ist ein Zeugnis des Aufschreiens, ganz gleich ob es Katholiken, Orthodoxe, Kopten oder Lutheraner sind: Sie sind Christen, die mit ihrem Blut Christus bekennen", sagte der Papst.

Ein Video, das seit Sonntagabend im Internet kursiert, soll die Hinrichtung von 21 entführten ägyptischen Kopten durch den "Islamischen Staat" an einem Strand nahe Tripolis zeigen. Die Deutsche Bischofskonferenz sprach von "unfassbarem Terror". Den Tätern seien Menschenleben nichts wert, sagte Sprecher Matthias Kopp in Bonn. "Gewalt im Namen Gottes ist mit nichts und in keiner Religion zu rechtfertigen." Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in einem Telegramm ihr Beileid aus und bekräftigte ihre Unterstützung im Kampf gegen den IS-Terror. Die Bundesregierung veurteile "diesen barbarischen Terrorakt auf das Schärfste", heißt es in dem Schreiben. Die Weltgemeinschaft müsse diese Verbrechen gemeinsam stoppen.

Die Opfer seien Gastarbeiter auf dem Heimweg nach Ägypten gewesen, sagte der Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian. Eine Lösegeldforderung habe es nie gegeben, und die Behörden in Ägypten hätten nicht geholfen.

Als Vergeltung für die Enthauptungen hat die ägyptische Luftwaffe am frühen Montagmorgen Stellungen der IS-Terrormiliz in Libyen angegriffen. Nach Angaben der libyschen Luftwaffe waren auch eigene Maschinen an den Luftschlägen beteiligt. Die Kampfjets hätten Ziele nahe der Städte Bengasi und Sirte angegriffen.
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