Vatikan will Trennungen für Katholiken einfacher machen
Leichteres Ehe-Aus

Katholische Ehen können künftig leichter für ungültig erklärt werden. Der Vatikan stellte dazu am Dienstag in Rom zwei Apostolische Schreiben (Motu Proprio) von Papst Franziskus vor. Zentrales Element ist, dass Ehen nun schon in erster Instanz von einem Ehegericht oder auch einem Bischof annulliert werden können, eine zweitinstanzliche Entscheidung also nicht mehr zwingend erforderlich ist.

An der Unauflöslichkeit der Ehe und damit dem Verbot der Scheidung hält der Vatikan fest. Schon bisher war es aber nach kanonischem Recht möglich, Ehen unter bestimmten Voraussetzungen für ungültig zu erklären, zum Beispiel, wenn die Ehe nicht vollzogen wurde, wenn bei der Eheschließung Formfehler vorlagen oder ein Partner von vornherein einen Kinderwunsch ausschließt.

Die Vereinfachung ist aus Sicht des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ein "vernünftiges Signal". "Es ist aber keine Lösung dieser grundsätzlichen Probleme", fügte Marx am Dienstag vor der Bundespressekonferenz in Berlin hinzu. Ehenichtigkeit sei für viele, etwa nach 20 Jahren Ehe, schlicht ein fremder Begriff. Die Verfahrensänderung betreffe insofern nur ein Teilproblem dessen, was das Scheitern von Ehen und den Wunsch nach einer zweiten Heirat anbelange. Die Dauer eines Ehenichtigkeits-Prozesses beträgt nun maximal ein Jahr, wie aus dem Vatikan verlautete.
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