Verdächtige in Hochsicherheitsgefängnis
Terror ohne Strategie

Curitiba. Nach der Verhaftung von zehn Terrorverdächtigen gehen Brasiliens Behörden von keinem strategisch geplanten Angriff auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro aus. "Es handelt sich um eine Gruppe von Personen, die Terroristen verherrlichen", sagte der zuständige Richter Marcos Josegrei da Silva im südbrasilianischen Curitiba. Es gebe aber bisher keine Hinweise auf konkrete Daten oder Ziele.

Die Terror-Verdächtigen, alles Brasilianer, sind zwischen 20 und 40 Jahre alt und gelten als Anhänger des Islamischen Staats (IS). Sie wurden in ein Hochsicherheitsgefängnis nach Campo Grande verlegt, berichtete das Portal "O Globo" am Freitag. Ihnen können laut Gesetz Haftstrafen zwischen drei und maximal 15 Jahren drohen. Sie hatten über das Internet kommuniziert, Bewunderung für den IS geäußert, und einzelne Mitglieder der virtuellen Zelle hatten Berichten zufolge den Lastwagen-Anschlag von Nizza mit über 80 Toten begrüßt. Der Fall hat in Brasilien viel Aufmerksamkeit hervorgerufen, da der islamistische Terrorismus hier bisher keine Rolle spielte.

Die Regierung von Interimspräsident Michel Temer hat die Sicherheitsmaßnahmen noch einmal überprüft. Rund 85 000 Sicherheitskräfte sollen die Spiele schützen.
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