Vereinte Nation en stoppen Transporte im Norden Syriens
Bomben auf UN-Hilfskonvois

Allein in Orem al-Kubra westlich von Aleppo wurden 18 Lastzüge eines Hilfskonvois mit 31 Fahrzeugen zerstört. Bild: AFP

Aleppo/Genf. Als Reaktion auf die Bombardierung eines UN-Hilfskonvois im Norden Syriens haben die Vereinten Nationen alle Hilfsgütertransporte in dem Bürgerkriegsland gestoppt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete den Luftangriff als "widerlich". Russland wies jede Verantwortung zurück.

Zehntausende notleidende Syrer müssen nun weiter auf Unterstützung von außen warten. Bei dem Angriff in dem Ort Orem al-Kubra am Montagabend wurden mehr als 20 Zivilisten getötet, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Syrisch-Arabische Rote Halbmond gemeinsam erklärten. Sie seien ums Leben gekommen, als sie die Hilfsgüter entladen hätten. Ein großer Teil der Lieferung sei zerstört worden. "Der Angriff nimmt Tausenden Zivilisten dringend benötigte Lebensmittel und medizinische Hilfe", hieß es weiter. Ban Ki Moon sagte zum Auftakt der UN-Generaldebatte in New York: "Die Helfer, die dort lebensrettende Güter lieferten, waren Helden. Diejenigen, die sie bombardierten, waren Feiglinge." Die syrische Armee hatte am Montagabend die brüchige Waffenruhe nach einer Woche für beendet erklärt. Kurz danach flogen Kampfjets in der Provinz Aleppo und in der gleichnamigen Stadt Dutzende Luftangriffe auf Rebellengebiete, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte. Mindestens 38 Menschen seien ums Leben gekommen.

Mit einem Außenministertreffen in New York will die Staatengemeinschaft versuchen, den Waffenstillstand doch noch zu retten. Auf Einladung von US-Außenminister John Kerry und Russlands Außenminister Sergej Lawrow kamen am Rande der UN-Vollversammlung Vertreter aus mehr als 20 Ländern zusammen, darunter Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. (Seite 4)
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