Verkehrsminister rügt Bundeskanzlerin
Dobrindt gibt Merkel Schuld am Aufstieg der AfD

Berlin. (dpa/paa) Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Interview mit dem Magazin "Spiegel" scharf kritisiert. Der ehemalige CSU-Generalsekretär und langjährige Vertraute von Parteichef Horst Seehofer gab der Regierungschefin die Schuld am Erstarken der rechtspopulistischen AfD, berichtete Spiegel-online am Freitag.

Die CDU verstehe sich "seit Jahren nicht mehr als Mitte-Rechts-Partei", kritisierte Dobrindt. Das habe dazu geführt, dass sich eine Gruppe von Wählern in der politischen Debatte nicht mehr wiederfinde. "Die haben jetzt mit der AfD versuchsweise eine neue Stimme gefunden", sagte der Minister mit Blick auf die Alternative für Deutschland (AfD). Die Flüchtlingskrise habe CDU und CSU einander tiefgreifend entfremdet. "CDU und CSU bilden eine Schicksalsgemeinschaft, aber die Ereignisse der vergangenen Monate werden auch im Binnenverhältnis zwischen beiden Parteien lange nachwirken."

Dobrindt kritisierte schwarz-grüne Gedankenspiele. Schwarz-Grün sei kein Zukunftsmodell für den Bund. "Ich rate dazu, deutlich auf die Abgrenzung gegenüber den grünen Themen zu gehen und nicht zu sehr Gemeinsamkeiten zu betonen." Er hätte Zweifel an der Richtigkeit seiner Politik, wenn sie von Linken und Grünen bejubelt werde.
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