Verletzte bei Feuer in zwei Flüchtlingsunterkünften
Wieder brennt es

Völlig ausgebrannt ist diese Flüchtlingsunterkunft in Rottenburg am Neckar. Bei dem Brand wurden sechs Bewohner verletzt. Bild: dpa
Die Serie von Bränden in Flüchtlingsheimen reißt nicht ab. In einer Container-Unterkunft im baden-württembergischen Rottenburg brach in der Nacht zu Montag ein Feuer aus, sechs Bewohner wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft schloss Brandstiftung nicht aus. Im thüringischen Ebeleben legten Unbekannte Feuer in drei Wohnblöcken, die als Domizil für Asylsuchende geplant waren. Die Polizei geht hier von einem politisch motivierten Anschlag aus.

Nach dem Brand in Rottenburg kamen vier Menschen ins Krankenhaus. In der Unterkunft waren 84 Menschen aus Gambia und den Balkanstaaten einquartiert. "Wir wissen, dass der Brand mit sehr großer Wahrscheinlichkeit im Inneren der Container entstanden ist", sagte Karlheinz Neuscheler vom Landratsamt in Tübingen. "Die Anlage stand vollkommen in Brand. Die Bewohner konnten sich zum Glück alle selbst aus den Flammen retten." Ein Familienvater trug seine drei Kinder nacheinander aus dem brennenden Gebäude, anderen blieb nur der Sprung aus dem Fenster.

Bei dem Feuer in Thüringen standen die Dachstühle von drei leerstehenden Gebäuden in Flammen. Verletzt wurde aber niemand. Nach Angaben von Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) wird wegen vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sprach von einem "feigen Anschlag". Wer glaube, Häuser anstecken zu müssen, unterscheide sich nicht von den Terroristen in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kämen, sagte er nach einem Besuch des Brandorts.
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