Verstaatlichung von Hitlers Geburtshaus beschlossen
Keine Kultstätte

Braunau. Das Geburtshaus des Diktators Adolf Hitler (1889-1945) in Braunau gehört künftig dem österreichischen Staat. Die rot-schwarze Koalition beschloss am Dienstag die Enteignung der Besitzerin. Mit einer angemessenen Nutzung oder einem Abriss will der Staat verhindern, dass sich das Gelände zu einer Pilgerstätte für Rechtsradikale entwickelt.

Der Staat hatte sich mit der Besitzerin nicht auf eine Nutzung des seit Jahren leerstehenden Gebäudes einigen können. Die Frau soll nun entschädigt werden. Das Parlament will die Enteignung im September auch formal absegnen. Eine Kommission wird dann auch Vorschläge zur Zukunft des Hauses vorlegen. Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) erklärte, er könne sich weiterhin einen Abriss als beste Lösung vorstellen. Als Problem gilt der Denkmalschutz. Das Haus steht seit 1993 als Teil des Ensembles der sogenannten Salzburger Vorstadt unter Denkmalschutz. Die Nazis hatten das Gebäude 1938 bereits als einzelnes Objekt unter Denkmalschutz gestellt.

Der 16 000-Einwohner-Ort an der bayerisch-österreichischen Grenze ringt seit vielen Jahren um den richtigen Umgang mit seinem historischen Erbe. Bisher thematisieren eine Informationstafel und ein Mahnmal aus einem Stein aus dem ehemaligen KZ Mauthausen ("Nie wieder Faschismus") den Umstand, dass Hitler sein erstes Lebensjahr in diesem Haus verbracht hat.
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