Vertrag soll Dauerkrieg mit den Farc-Rebellen beenden
Frieden in Kolumbien?

Der seit über einem halben Jahrhundert andauernde Krieg zwischen Militär und linker Guerilla in Kolumbien soll mit einem Friedensvertrag beendet werden. Bei Verhandlungen in Kubas Hauptstadt Havanna einigten sich Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos und die Führung der Farc-Rebellen im Beisein von Kubas Staatschef Raúl Castro auf den juristischen Rahmen zur Aufarbeitung des Konflikts, etwa zur Maximalhöhe von acht Jahren Gefängnis für schwere Verbrechen.

Bis März 2016 soll ein Friedensvertrag stehen. Vor dessen Unterzeichnung muss der Text noch von den Kolumbianern in einem Referendum gebilligt werden. Dann soll die Farc innerhalb von zwei Monaten ihre Waffen niederlegen. Santos sprach von einem historischen Durchbruch. "Wir werden nicht scheitern. Die Stunde des Friedens ist gekommen." In dem Bürgerkrieg zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs waren in dem südamerikanischen Land mehr als 220 000 Menschen getötet und Millionen Kolumbianer vertrieben worden.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem "bedeutenden Fortschritt". Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, Anerkennung gebühre auch den Ländern, die die Verhandlungen seit 2012 unterstützt haben, insbesondere Norwegen und Kuba, aber auch Venezuela und Chile.

Santos kam in Havanna erstmals mit Farc-Anführer Rodrigo Londoño alias "Timochenko" zu einem direkten Gespräch zusammen. Nach der gemeinsamen Pressekonferenz gaben sich beide Erzfeinde, symbolisch bekleidet mit weißen Hemden, die Hand. "Wir sind Gegner, wir stehen auf verschiedenen Seiten, aber heute gehen wir in dieselbe Richtung, in Richtung Frieden", sagte Santos.
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