Vertreter von Nord- und Südkorea ringen um Ausweg aus der Krise
Gespräche nach Säbelrasseln

Nach der drastischen Verschärfung ihrer Spannungen haben Süd- und Nordkorea bei Gesprächen zwischen Spitzenvertretern um einen Ausweg aus der Krise gerungen. Beide Seiten setzten am Sonntag nach einer Unterbrechung von elf Stunden und einer ergebnislosen ersten Runde ihre Verhandlungen im Grenzort Panmunjom fort.

Trotz der Gespräche gab es nach Angaben des südkoreanischen Militärs Hinweise, dass sich Nordkorea weiter für etwaige Militärschläge rüstet. Südkorea beorderte nach Angriffsdrohungen des Nachbarn sechs Kampfflugzeuge von einer Übung in Alaska zurück. Die von Nordkorea vorgeschlagenen Gespräche hatten am Samstagabend kurz nach Ablauf eines Ultimatums durch Nordkorea begonnen. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte mit Militärschlägen gedroht, sollte Seoul seine Lautsprecher-Propaganda gen Norden an der Grenze nicht binnen 48 Stunden einstellen. Die Krise auf der koreanischen Halbinsel löste weltweit Besorgnis aus.

Nordkorea hatte am Freitag den "Quasi-Kriegszustand" für die Frontlinie an der Grenze ausgerufen und die Grenztruppen in höchste Gefechtsbereitschaft versetzt. Es drohte mit einen Angriff auf südkoreanische Stellungen. Zuvor hatte es einen Schusswechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Länder am Donnerstag an der Grenze gegeben. Südkorea gibt dem kommunistischen Regime in Pjöngjang die Schuld dafür, was dieses wiederum bestreitet.

Südkoreas Streitkräfte hätten Hinweise, dass in Nordkorea mehr als 50 U-Boote oder 70 Prozent der U-Boot-Flotte des Landes ihren Stützpunkt verlassen hätten, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Auch habe der Norden die Artillerieeinheiten an der Grenze verdoppelt. Nordkorea fühlt sich auch durch ein mehrtägiges südkoreanisch-amerikanisches Militärmanöver herausgefordert.
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