Von der Leyen: Bundeswehr für Internet-Attacken rüsten
Fit für Cyber-Krieg

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sammelt ihre Truppen für die Abwehr von Angriffen über das Internet. In den nächsten Monaten soll ein Kommando aufgebaut werden, das die 15 000 mit Informationstechnologie befassten Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr koordinieren soll. "Wir fangen nicht bei null an, wollen aber diese Expertise, dieses Wissen, diese Kompetenz mehr bündeln, damit sie auch schlagkräftiger ist", begründete von der Leyen ihre Cyber-Offensive. Es gehe auch darum, die Vernetzung mit der Cyber-Abwehr der Bündnispartner zu verbessern. Bisher ist das Innenministerium für die Abwehr von Hacker-Angriffen zuständig. Jeden Tag erfolgen zwischen 2500 und 6500 Attacken auf Netze des Bundes.

Von der Leyen teilte ihre Cyber-Offensive den Soldaten am Donnerstag in einem Tagesbefehl mit. Um den Aufbau der IT-Truppe soll sich ein kleiner Stab kümmern. Dabei soll es vor allem um die Abwehr von Angriffen gehen. Allerdings hat die Bundeswehr schon seit Jahren auch eine Abteilung Cyber-Attacke. Das Kommando Strategische Aufklärung hat in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach bei Bonn einen kleinen Trupp von 60 Informatikern, der Angriffe auf fremde Netzwerke trainiert. Für den Einsatz wäre aber ein Bundestagsmandat notwendig.
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