Von der Leyen erwartet langen Kampf gegen den IS
Kein Schnellschuss

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen besuchte die Luftwaffen-Soldaten bei ihrem Einsatz im türkischen Incirlik. Bild: dpa

Incirlik/Brüssel. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geht davon aus, dass der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien noch lange dauern wird. Bei ihrem ersten Besuch des Bundeswehr-Kontingents im Syrien-Einsatz sagte von der Leyen am Donnerstag auf dem türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik mit Blick auf die hohen Flüchtlingszahlen: "Wir spüren natürlich auch gerade auf anderen Feldern die Auswirkungen des Terrors und der Instabilität." Deutschland habe mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen, die Türkei mehr als zwei Millionen. Viele von ihnen seien vor dem Islamischen Staat geflohen. Der türkische Verteidigungsminister Ismet Yilmaz sagte, der Terror dürfe keine Chance bekommen, egal von welcher Gruppe er ausgehe. Seit Juli 2015 befinden sich die türkische Armee und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK im Südosten faktisch im Krieg. Die Bundesregierung hat die türkische Regierung mehrfach aufgefordert, eine "Verhältnismäßigkeit" der Mittel zu wahren.

Die Dauerdebatte über mängelbehaftete Waffensysteme der Bundeswehr hatte kurz vor der Reise der Ministerin neue Nahrung erhalten, als bekannt wurde, dass die in Incirlik stationierten "Tornados" aus technischen Gründen derzeit nicht nachts fliegen können. Von der Leyen erklärte, die mangelnde Nachtsichtfähigkeit sei kein großes Problem. Und: "Ich finde es nur wichtig, dass wir das in der Relation zur Leistung der ,Tornados' sehen."

Die USA wollen unterdessen die Nato an der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Bündniskreisen in Brüssel erfuhr, haben die Amerikaner konkret um eine Verstärkung durch Awacs-Flugzeuge der Nato gebeten.
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