Von der Leyen: Wir bleiben in Afghanistan - Ministerin räumt Fehler ein
Abschied vom Abzug

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) begrüßt im Camp Shaheen der afghanischen Armee einem afghanischen Kommandeur. Bild: dpa
Nach der Offensive der Taliban in diesem Jahr stoppte die Nato die Truppenreduzierung in Afghanistan. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stellt die deutschen Soldaten nun darauf ein, dass ihr Einsatz noch Jahre dauert. Sie räumte ein, dass sich die Nato damit verschätzt hat.

"Vielleicht sind unsere Erwartungen etwas zu schnell und zu hoch gewesen an die Fähigkeit der Afghanen, vollständig selbstständig die Verantwortung zu tragen", sagte die Verteidigungsministerin am Montag bei einem Truppenbesuch im nordafghanischen Masar-i-Scharif. "Und gleichzeitig sind unsere Vorstellungen zu ehrgeizig gewesen, wie man ,Resolute Support' rückbauen kann."

Die Nato hatte erst vergangenem Dienstag abschließend entschieden, den Truppenabzug aus Afghanistan zu stoppen. Jetzt sollen 12 000 Soldaten im Land bleiben. Die Bundeswehr stockt ihre Truppe sogar von 850 auf bis zu 980 Soldaten auf. Ursprünglich war für 2016 eine Truppenreduzierung geplant.

Allerdings müsse die afghanische Regierung für Reformen und die Wiederbelebung der Friedensbemühungen mit den radikalislamischen Taliban sorgen, sagte von der Leyen. "Man kann sich auf uns verlassen, aber das ist kein Blankoscheck." Die Truppenbesuche kurz vor Weihnachten haben Tradition. Von der Leyen ist zum vierten Mal innerhalb von zwei Jahren in Afghanistan.
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