Vorerst keine Sendungen
Jan Böhmermann kündigt Auszeit an

Berlin. Der von politischen Diskussionen umtoste ZDF-Moderator Jan Böhmermann hat angekündigt, "eine kleine Fernsehpause" einlegen zu wollen. Öffentlichkeit und Internet sollten sich "mal wieder auf die wirklich wichtigen Dinge wie die Flüchtlingskrise, Katzenvideos oder das Liebesleben von Sophia Thomalla konzentrieren", schrieb der Satiriker am Samstag auf bekannt ironische Weise bei Facebook. "Vom Saarland bis nach Sachsen fühle ich eine Solidarität für die Sendung von der überwältigenden Mehrheit derjenigen, die nicht Präsident Erdogan sind, und dafür möchte ich mich von Herzen bedanken", erklärte er. Er verlasse jetzt erst mal das Land, kündigte der Satiriker an. Reiseziele hat er bereits ausgewählt: Nordkorea - um sich "die Sache mit der Presse- und Kunstfreiheit noch mal genau erklären" zu lassen - und den Jakobsweg. Letzteres mit dem Segway und zwecks Selbstfindung. Das ZDF bestätigte darauf eine Produktionspause seines Moderators bis zum 12. Mai. Auch im Radio wird Böhmermann in den kommenden Wochen nicht zu hören sein. Zuvor hatten im Streit um ein Schmähgedicht Böhmermanns beide Seiten juristischen Durchhaltewillen bekundet. "Ich streite es durch, bis ich obsiege", sagte der Anwalt Michael von Sprenger, der den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vertritt. Notfalls werde er bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, betonte er. Im Gegenzug kündigte ZDF-Intendant Thomas Bellut "vollen Rechtsschutz" für Böhmermann an: "Wir gehen mit ihm durch alle Instanzen."

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