Vorgezogene Parlamentswahl in Kroatien schafft Probleme
Keine Klarheit

Zagreb. Die letzte kroatische Regierung war nach fünf Monaten gescheitert. Jetzt verhandeln die alten Partner wieder. Entweder einigen sie sich diesmal auf Reformen, oder es gibt eine dritte Wahl. Denn die vorgezogene Parlamentswahl beim jüngsten EU-Mitglied hat nicht die erwünschte politische Klärung gebracht. "Eine neue Koalition zwischen der HDZ und Most oder Neuwahlen", prognostizierten Experten wie Politikprofessor Nino Raspudic noch in der Wahlnacht.

Mit 61 Abgeordneten in einem Parlament mit 151 Sitzen stellt die konservative HDZ zwar den Sieger der Wahl vom Sonntag, berichtete die Kommission am Montag. Sie bleibt aber deutlich unter der Regierungsmehrheit von 76 Mandaten. Zweiter wurden die Sozialdemokraten (SDP) mit 54, Dritter die Reformpartei Most (Brücke) mit 13 Sitzen. Die übrigen entfallen auf Kleinparteien.

Eine Große Koalition schlossen HDZ-Spitzenpolitiker "ganz sicher" aus. SDP-Chef Zoran Milanovic hatte diese am Montag noch einmal ins Spiel gebracht, obwohl er sie bis dahin strikt abgelehnt hatte. Nach negativen Signalen der Konservativen trat Milanovic von der Parteispitze zurück. Most-Vorsitzender Bozo Petrov stellte den Großen noch am Montag ein fünftägiges Ultimatum. Entweder gehe einer von beiden auf die sieben von Most geforderten Schlüsselreformen ein, oder seine Partei gehe in die Opposition.
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