Vorstoß im Bundesrat soll Schaulustige zähmen
Strafen für Gaffer

Berlin. Gaffer bei Unfällen sollen einem Gesetzentwurf zufolge künftig strafrechtlich verfolgt werden können. Wer Feuerwehr, Katastrophenschutz oder Rettungsdienst nach Unglücken behindert, dem sollen eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe drohen. Niedersachsen und Berlin brachten eine entsprechende Initiative am Freitag in den Bundesrat ein. Der Gesetzentwurf wird nun weiter beraten.

Zunehmend sei festzustellen, dass Schaulustige und "Katastrophen-Touristen" bei schweren Unfällen die verunglückten Personen mit Mobiltelefonen fotografierten, statt zu helfen, argumentierten die Initiatoren. Bild- und Videoaufnahmen würden in sozialen Netzwerken im Internet verbreitet oder an Fernsehsender sowie Zeitungen weitergegeben.

"Wir tun dies im Interesse der Opfer", begründete der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) den Vorstoß im Bundesrat. Die Neuregelung sei unbedingt nötig. Der bisherige strafrechtliche Schutz gegen solches Verhalten sei lückenhaft, da dieser nur lebende Personen schütze. Diese Lücke solle geschlossen werden.
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